Das Wichtigste der Woche
24. August bis 28. August 2026
Opernsängerin Anny Schlemm gestorben ++ Schriftsteller Péter Nádas verstorben ++ Jahresbestenliste 2026 von Theater heute ++ Ali M. Abdullah wird Interims-Intendant ++ Künstlerin Yayoi Kusama gestorben ++ Ehemaliger Tatort-Kommissar Andreas Hoppe gestorben ++ Country-Musikerin Dolly Parton gestorben ++ Boy-Gobert-Preis für Oscar Hoppe ++ tanzhaus nrw stellt sich personell neu auf
Assoziationen: Berlin Bayern Hamburg Österreich Mecklenburg-Vorpommern Nordrhein-Westfalen Harald Posch Viola Hasselberg Caren Jeß Avishai Milstein Sebastian Hartmann Barbara Mundel Catrin Striebeck Lucia Bihler Jan-Christoph Gockel Péter Nádas Paulina Alpen András Dömötör Guido Lambrecht Ali M. Abdullah Bertram Müller Thomas Melle Roberto Ciulli Claus Philipp Ida Müller Nora Pfahl Komische Oper Berlin Bayreuther Festspiele Deutsches Schauspielhaus Hamburg Theater an der Ruhr Münchner Kammerspiele Schauspiel Köln Vorarlberger Landestheater Werk X Ernst Deutsch Theater Berliner Ensemble Thalia Theater Tanzhaus NRW

28.8.2026
Bayreuth: Opernsängerin Anny Schlemm gestorben
Wie Deutschlandfunk Kultur berichtet, ist die Opernsängerin Anny Schlemm im Alter von 97 Jahren gestorben. Sie debütierte 1946 als Sopranistin in Halle an der Saale und trat danach unter anderem in Köln, an der Komischen Oper Berlin sowie in Wien, Moskau und San Francisco auf. Ab 1978 sang Schlemm acht Mal in „Der Fliegende Holländer“ bei den Bayreuther Festspielen.
Im Laufe ihrer Karriere wandelte sich ihr Stimmfach: Sie war zunächst Sopranistin, dann Mezzosopranistin und schließlich Altistin. Seit den 1950er Jahren war sie Ensemblemitglied in Frankfurt, wo sie ihre Karriere 2003 mit ihrer Paraderolle als Mama Lucia in der Oper „Cavalleria Rusticana“ beendete.
Budapest: Schriftsteller Péter Nádas verstorben
Der ungarische Schriftsteller Péter Nádas ist im Alter von 83 Jahren gestorben, wie diverse Medien berichten.
Nádas wurde am 14. Oktober 1942 in Budapest geboren und überlebte den Holocaust mit seiner Familie in Verstecken und mit falschen Papieren. Ab den 1960er Jahren arbeitete er als Schriftsteller, wobei lange Schaffensprozesse etliche seiner umfangreichen Großwerke kennzeichnen. Fast zwölf Jahre arbeitete er am „Buch der Erinnerung“ (deutsch 1991), das ihm zum Durchbruch im deutschen Sprachraum verhalf. Siebzehn Jahre widmete Nádas dem Roman „Parallelgeschichten“ (deutsch 2012). Als weiteres zentrales Werk gilt der Roman „Aufleuchtende Details“ (deutsch 2017).
2024 brachte sein Landsmann András Dömötör Nádas’ Nahtod-Protokoll „Der eigene Tod“ am Deutschen Schauspielhaus Hamburg auf die Bühne. 2010 besorgte Roberto Ciulli die Uraufführung des lyrischen Theatertextes „Sirenengesang. Ein Satyrspiel“ von Nádas am Theater an der Ruhr in Mülheim im Rahmen eines mehrteiligen „Odyssee“-Projekts.
München: Jahresbestenliste 2026 von Theater heute
Das Fachblatt Theater heute hat die Ergebnisse seiner Jahresumfrage unter 45 Kritiker:innen bekanntgegeben. Zum Theater des Jahres wurden die Münchner Kammerspiele unter Intendantin Barbara Mundel mit neun Stimmen gekürt.
Schauspielerin des Jahres ist Paulina Alpen für ihren Auftritt in Lucia Bihlers Stuttgarter Adaption von Thomas Melles Roman „Die Welt im Rücken“ (acht Stimmen), Schauspieler des Jahres Guido Lambrecht für sein Houellebecq-Solo „Serotonin“ in Potsdam unter der Regie von Sebastian Hartmann (acht Stimmen). Nachwuchsschauspielerin des Jahres wurde Annika Neugart von den Münchner Kammerspielen (sechs Stimmen). Inszenierung des Jahres ist Jan-Christoph Gockels „Wallenstein“-Aktualisierung an den Münchner Kammerspielen (sieben Stimmen), ausgezeichnet auch die Dramaturg:innen Viola Hasselberg und Claus Philipp. Das Bühnenbild des Jahres entwarf Ida Müller für „Peer Gynt“, das Video des Jahres stammt von Mario Simon und Jan Isaak Voges für „Imagine“ am Schauspiel Köln. Stück des Jahres wurden Caren Jeß’ „To My Little Boy“ und Avishai Milsteins „Play Auerbach!“ (je fünf Stimmen). Als Ärgernis des Jahres gelten Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die CDU-Kulturpolitik mit 15 Stimmen.
Vorarlberg: Ali M. Abdullah wird Interims-Intendant
Der Wiener Regisseur Ali M. Abdullah übernimmt interimistisch die Intendanz des Vorarlberger Landestheaters, wie der Standard berichtet. Sein Engagement ist zunächst auf die Spielzeiten 2026/27 und 2027/28 beschränkt. Abdullah tritt die Nachfolge von Stephanie Gräve an, die den Posten im Juni nach Konflikten mit der Vorarlberger Kulturhäuser-Betriebsgesellschaft räumen musste. Im Herbst dieses Jahres wolle der Träger des Landestheaters das Ausschreibungsverfahren zur Intendanzfindung ab der Spielzeit 2028/29 in Angriff nehmen.
Ali M. Abdullah, geboren 1967 in Wien, ist Autor und Regisseur. Er studierte in seiner Heimatstadt sowie in Graz und Berlin. Nach diversen Tätigkeiten als Regieassistent, Schauspieler und Regisseur an verschiedenen Bühnen in Deutschland und Österreich gründete er 2009 gemeinsam mit Harald Posch die Garage X. Für ihre gemeinsame Leitung der Garage X, die bis 2014 dauerte, wurden Abdullah und Posch 2012 mit dem Nestroy-Spezialpreis ausgezeichnet. Von 2014 bis 2023 hatte Abdullah die künstlerische Leitung des Werk X inne, in dem die Garage X aufgegangen war.
Tokio: Künstlerin Yayoi Kusama gestorben
Die japanische Künstlerin Yayoi Kusama ist tot, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet. Sie starb demnach bereits am 14. August im Alter von 97 Jahren in einem Krankenhaus in Tokio, wie ihr Unternehmen mitteilte.
Kusama zählte zu den einflussreichsten Künstlerinnen der Gegenwart und wurde vor allem durch ihre psychedelischen Polka Dots bekannt. Wiederkehrende Motive waren ihr Markenzeichen – in Formen, die an Netze, Wirbel oder Würmer erinnerten, am häufigsten jedoch Punkte, die sich auf ihren Leinwänden fanden oder in begehbaren Installationen als glitzernde Kugeln und Lichtpunkte erschienen. Ihre Werke wurden weltweit ausgestellt, unter anderem im Museum of Modern Art und im Whitney Museum of American Art in New York sowie im Berliner Gropius Bau. Im Kölner Museum Ludwig war bis Juli eine Retrospektive zu ihrem Werk zu sehen, die mit mehr als 450.000 Besucher:innen nach Angaben des Museums dessen bisher erfolgreichste Ausstellung war.
Deutschland: Ehemaliger Tatort-Kommissar Andreas Hoppe gestorben
Der Schauspieler Andreas Hoppe ist im Alter von 66 Jahren gestorben, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet. Über zwanzig Jahre lang ermittelte er in knapp sechzig Folgen als Kommissar Mario Kopper im Tatort in Ludwigshafen, gemeinsam mit Ulrike Folkerts. Den Tatort verließ er bereits 2018.
Der ausgebildete Theaterschauspieler prägte auch abseits des Tatorts das deutsche Fernsehen und war unter anderem in den Serien Soko und Lindenstraße zu sehen. Andreas Hoppe setzte sich zudem aktiv für Tierschutz und regionale Lebensmittel ein. Er lebte in Berlin und auf einem Hof in Mecklenburg-Vorpommern.
USA: Country-Musikerin Dolly Parton gestorben
Die US-amerikanische Country-Musikerin Dolly Parton ist tot, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet. Wie ihre Familie mitteilte, starb sie im Alter von 80 Jahren. Die vielfache Grammy-Gewinnerin zählte seit den 1970er Jahren zu den erfolgreichsten Künstlerinnen weltweit, mit über hundert Millionen verkauften Alben und zahlreichen Nummer-eins-Hits. Zu Partons bekanntesten Liedern gehören „Jolene“, „9 to 5“, „Coat of Many Colors“ und „I Will Always Love You“. 2022 wurde sie in Los Angeles in die Rock ’n’ Roll Hall of Fame aufgenommen.
Auch als Schauspielerin erhielt Parton im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Auszeichnungen und wurde zweimal für einen Oscar nominiert. Zudem war sie für ihr soziales Engagement bekannt. Zu ihren Ehren ließ US-Präsident Donald Trump die Fahnen im ganzen Land für eine Woche auf halbmast setzen.
Hamburg: Boy-Gobert-Preis für Oscar Hoppe
Der Boy-Gobert-Preis der Körber-Stiftung für den schauspielerischen Nachwuchs an Hamburger Bühnen geht in diesem Jahr an Oscar Hoppe, wie die Stiftung mitteilt. Der 1996 in Dresden geborene Schauspieler ist aktuell am Ernst Deutsch Theater Hamburg in der Produktion „Keine Aufstiegsgeschichte“ in mehreren Rollen zu sehen. Die Jury unter Vorsitz der Schauspielerin Catrin Striebeck würdigt Hoppes virtuose Spielweise und seine magnetisierende Bühnenpräsenz.
Hoppe studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und stand bereits während des Studiums am Berliner Ensemble auf der Bühne. Nach dem Studium begann er seine Theaterlaufbahn am Mecklenburgischen Staatstheater. Er ist zudem in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen sowie als Sänger und Produzent des Musikduos lele&os aktiv. Die mit € 10.000 dotierte Auszeichnung überreicht Eva Nemela, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung, am 29. November 2026 um 11 Uhr im Rahmen einer Matinee im Thalia Theater.
Düsseldorf: tanzhaus nrw stellt sich personell neu auf
Das tanzhaus nrw hat zentrale Leitungs- und Trägerstrukturen neu besetzt, wie das Haus mitteilt. Zum 1. August 2026 übernahm der Kulturmanager und Künstler Wayne Götz die Geschäftsführung als Nachfolger von Johannes Kurschildgen. Am 23. August 2026 wählte die Mitgliederversammlung des tanzhaus nrw e. V. zudem einen neuen geschäftsführenden Vorstand: Stefan Drzisga, bis 2026 Geschäftsführer der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, wurde zum Vorsitzenden gewählt. Stellvertretender Vorsitzender ist Bertram Müller, Gründungsvorsitzender des Trägervereins und langjähriger Intendant des Hauses, das Amt der Schatzmeisterin übernimmt Hafssa Ibrahim.
Bereits im April 2026 hatte Adriana Almeida Pees die Leitung der Akademie übernommen, Nora Pfahl die Leitung des jungen tanzhaus nrw. Die Umstrukturierung erfolgt laut Mitteilung nach herausfordernden Jahren, die unter anderem von den Folgen der Corona-Pandemie, personellen Wechseln und Kürzungen von Bundesmitteln geprägt waren.
Redaktionsschluss: 14:19 Uhr







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