Ballett für Kinder. »Das bucklige Pferdchen« in Weimar
Aus TdZ 2/1982
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
DDR-Erstaufführungen von neuen Balletten sind hoffnungsvoll erwartete Ereignisse, zumal gerade die Ballettliteratur für Kinder – quantitativ wie auch qualitativ – nicht umfänglich ist. Hochlöblich daher das Bestreben, den einheimischen Bühnen Rodion Schtschedrins Schöpfung »Das bucklige Pferdchen« zu erschließen. Sie entstand 1955, ein Frühwerk, das sich vorrangig an Kinder wendet, aber in der Nachfolge der Märchenballette Tschaikowskis stehen soll. Das Libretto dieses Balletts in acht Bildern schrieben Pawel Maljarewski und Wassili Wainonen nach Motiven eines gleichnamigen russischen Märchens. Ruth Wolf, Ballettdirektorin und Choreographin am Deutschen Nationaltheater Weimar,
kürzte das ursprünglich dreieinhalbstündige Werk auf gut zwei Stunden und entwickelte eine gestraffte Lesart.
Bei einem Kontrollgang stellt der Vater fest, daß sein Weizenfeld verwüstet wurde, wovon er daheim entsetzt seinen drei Söhnen berichtet. Die beiden älteren, zwei Saufaus und Tunichtgute, versprechen prahlerisch, dem Täter nächtens aufzulauern und ihn zu stellen. Ihren jüngeren Bruder, »dummer Iwan« genannt, nehmen sie nicht mit. Heimlich folgt er ihnen und fängt schließlich, während die betrunkenen Großen in einer Ackerfurche schlafen, den Schadensverursacher ein – eine weiße Stute, die um ihre Freiheit bittet. Zum Dank schenkt sie ihm zwei Rappen und das titelgebende Pferdchen. Während Iwan einer herabfallenden Feder vorüberziehender Feuervögel nachjagt, stehlen seine Brüder die Rappen und...
.jpeg&w=3840&q=75)















