Theater der Zeit

Auftritt

Theater Marie: Zwischen Verantwortung, Schein und Sein

„Zinnober!“ von Martina Clavadetscher nach E.T.A. Hoffmann (UA) – Regie Jan Stephan Schmieding, Bühne, Licht Michel Schaltenbrand, Kostüme Gwendolyn Jenkins, Figurenbau, Coaching Figurenspiel Priska Praxmarer, Sounddesign Daniel Steiner

von Elisabeth Feller

Erschienen in: Theater der Zeit: Gefängnistheater (04/2026)

Assoziationen: Schweiz Theaterkritiken Dossier: Uraufführungen Jan Stephan Schmieding Theater Marie

Wenn ein Schauspieler auf der Bühne stirbt, geht er nach der Vorstellung etwas essen. Die Puppe stirbt wirklich vor unseren Augen: „ZINNOBER“ von Martina Clavadetscher nach E.T.A. Hoffmann in der Regie von Jan Stephan Schmieding am Theater Marie.
Wenn ein Schauspieler auf der Bühne stirbt, geht er nach der Vorstellung etwas essen. Die Puppe stirbt wirklich vor unseren Augen: „ZINNOBER“ von Martina Clavadetscher nach E.T.A. Hoffmann in der Regie von Jan Stephan Schmieding am Theater Marie.Foto: Bettina Diel

Diese Gefühle von Entsetzen, Ohnmacht und Zorn. Dazu ein brennender Schmerz. Da hat jemand meine Idee als die seine ausgegeben und dafür Applaus geerntet. Dabei stünde mir dieser zu. E.T.A. Hoffmann hat diese Emotionen in seinem Kunstmärchen „Klein Zaches genannt Zinnober“ beschrieben. In diesem vollzieht der hässliche Wicht Zinnober dank einer Fee einen Rollentausch: Von nun an wird er nicht mehr ausgelacht, sondern bewundert. Allerdings nutzt Zinnober diese Rolle, um seine Opfer durch immer respektloseres Benehmen zu diffamieren.

Darum geht es auch der Schweizer Autorin Martina Clavadetscher in ihrer Überschreibung, bis hin zu geradezu quälenden Szenen: So kniet sich bei Clavadetscher der Romantiker hin, um ein Gedicht zu rezitieren. Doch er wird dabei von Zinnober gestört, der ihm auf die Pelle rückt. Irritiert beginnt der Romantiker mit: „Keine Zeilen sind erlaubt, aber so aus Blüten …“, worauf Zinnober quäkend den Satz mit „... Blättern“ vervollständigt. Verunsichert fährt der Romantiker fort: „In Schwindelwolken so schwindet mein“ – „Verstand“, krächzt Zinnober. Als sich der Romantiker schließlich vor dem Publikum verbeugt, drängt sich Zinnober vor und heimst den Applaus ein. Was für eine Frechheit! Was für ein Blender! Bloß: Weshalb gehen ihm alle auf den Leim? Weshalb wird er an die Spitze der...

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