Tänzerische Rhythmogramme. Anke Gerbers Soloabend »Lokomotionen« im bat
Aus UK 9/82
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Der Begriff Podiumstanz bezeichnete in den 20er, 30er Jahren nicht nur ein Genre des Kammertanzes, sondern auch eine Studienrichtung für angehende Tänzer. Diese fast gänzlich unpopulär gewordene Tradition versuchte Anke Gerber mit ihrem »Lokomotionen« genannten experimentellen Abend neu zu beleben. Sie versicherte sich dazu der Mitarbeit dreier auch in ihren Soli exzellenter (im Hintergrund erhöht plazierter) Musiker und einer »durchkomponierten«, improvisatorischen, höchst differenzierten, teils meditativen Musik, die, elektronisch verstärkt, auch Verzerrungs- und Halleffekte nutzte. Gerber verstand ihren Körper als viertes Instrument, das sich mit den drei anderen tänzerisch in Beziehung setzt. Ihr ging es in den sieben zumeist barfuß und im Ganztrikot gezeigten Beiträgen (während des Umziehens entwickelten die Musiker organisch das neue »Thema«) weniger darum, konkrete Inhalte zu vermitteln, als via körperliche Bewegung Rhythmogramme in den Raum zu zeichnen. Das zeitigte in einigen Fällen interessante, mit großer Sensibilität gearbeitete Ergebnisse. So gleich der erste Beitrag des Abends (und ähnlich im letzten).
Anke Gerber sitzt im Profil auf dem Podium mit Blick zu den Musikern, hört ihrem Sichfinden zu und stimmt sich, ihr Instrument Körper, ein. Nachdem die Gitarre ihr Thema gefunden hat, beginnt die Tänzerin. Sie arbeitet sehr sauber im Mittelkörper, vermag Arme und Hände exakt zu führen,...
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