Choreographie-Probleme. Ballettabende in Wittenberg, Greifswald, Meiningen, Brandenburg
Aus TdZ 7/1988
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Theaterarbeit an kleinen und mittleren Häusern findet unter komplizierten Bedingungen statt. Ökonomische, personelle und künstlerische Beschränkungen gilt es zu umgehen. Es ist deshalb unfair, die allen Widrigkeiten abgetrotzten Ballettabende kleiner Theater nur zu rezensieren, ohne den fast immer diffizilen Entstehungsprozeß zu berücksichtigen, und sie damit in Vergleich oder gar Konkurrenz zu den Produktionen großer Häuser zu bringen. Dieser Report versucht aufzuzeigen, wie und mit welchem Ergebnis trotz mannigfacher Erschwernisse Vorstellungen zustande kommen.
1. Elbe-Elster-Theater Wittenberg
Das Wittenberger Ballett besteht aus sieben Damen und zwei Herren, von denen einer gleichzeitig als Trainingsmeister fungiert, hat jedoch keinen Ballettmeister. Eine der Damen ist Absolventin; viele Kollegen gehören schon langjährig dem Ensemble an, manche ohne Abschlußprüfung. Seit Jahren ist die Gruppe mit keinem Ballettabend hervorgetreten; die letzte Produktion entstand in der Ära Wilmo Kamrath. Der Wunsch, nicht nur Garnierung für Oper und Operette zu sein, sich in einem sparteneigenen Programm präsentieren zu können, ist so verständlich wie löblich. Er führte zur Einstudierung eines mehrteiligen Tanzabends, der die Förderung des Intendanten genoß und im seit 24 Jahren mit bespielten Kulturhaus Niemegk Premiere hatte, das Wittenberger Theater wird derzeit rekonstruiert. Ein Wunschkind des Hauses ist dieses Projekt – beteiligt sind, außer dem Ballett, das...
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