Dance Art. Thüringens Ballettszene polarisiert sich
Aus TdZ 9/1994
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Mitte der siebziger Jahre begann Geras Aufstieg zu einer Tanzmetropole, die in ihrer Wertigkeit für die DDR gleich nach Berlin, Dresden und Leipzig rangierte.
Verbunden war er mit Inge Berg-Peters als Ballettdirektorin und Choreographin. Zur Popularisierung rief sie 1976 die Geraer Ballett-Tage ins Leben, lange bildeten sie ein wichtiges Podium
für Tanz und Tänzer. Seit der Spielzeit 1993/94 hat Berg-Peters den Direktorenstab an Peter Werner weitergegeben. Dreizehn Jahre tanzte der gebürtige Weimaraner im GeraerEnsemble, begann 1982 zu choreographieren. Ein vierjähriges Choreographiestudium in Berlin befähigte ihn zur Übernahme der sich neu formierenden Kompanie. Knapp 30 Mitglieder aus elf Nationen umfaßt sie, vom Armenier bis zum Vietnamesen mit Moskauer Schule. In den Ministerien denkt man über die Gründung des als Reiseensemble konzipierten Thüringen-Balletts nach, mit Gera als Zentrum.
Werner hält an der Gattung Ballett fest, im Unterschied zu Joachim Schlömers Tanztheater, das sich ab der neuen Spielzeit in Weimar etablieren wird. Ließ Werner durch ungewöhnliche, territorial inspirierte Stücke aufhorchen, »Play Goethe« und »DIX«, so eröffnete er seine erste Saison als Ballettchef mit einer aktualisierten, heiß diskutierten »Romeo und Julia«-Version. Ausländer und Skinheads geraten als verfeindete Parteiungen während eines Karnevals aneinander. Nehmen das jugendliche...
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