Goethe tanztGera: »Play Goethe«
Aus TdZ 12/1990
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Peter Werner, Absolvent des Berliner Choreographie-Studiums bei Dietmar Seyffert, baute sein großes Erstlingswerk auf eine Toncollage quer durchs Musikarchiv (Bach, Monteverdi, Zechlin, Lakomy, Massenet, Zelter, Wolf, Schmidt, Fritzsch, Gluck, Meyer, Bizet, Beethoven, Schubert, Albinoni, Britten ...). Seine ästhetisch kühne Rechnung ging auf, die szenische Revue aus Tanz, Liedern, Texten (Goethe, Briefe von Zeitgenossen, Hacks) machte von Szene zu Szene neugieriger.
Werner und sein Co Wolfgang Ranke bewerkstelligten ein abendfüllendes, doch kein Handlungsballett. An den roten Faden Goethe knüpften sie eine Vielzahl sinnbildhafter Szenen, getanzt, gesungen und gesprochen, heiter, bewegend, rätselhaft. Insofern erscheint es logisch, daß er »Play Goethe« als choreographisches Mosaik konzipierte, sich auf vielgliedrige Ensembles und mannigfaltige solistische Gruppierungen konzentrierte. Das entsprach seinem klassisch orientierten Stilempfinden. Seine Bewegungssprache nutzt auch moderne Techniken. Wichtig für ihn ist, über Bilder Aussage zu erzielen. Das gelingt ihm nicht durchgängig, wiegt aber gering angesichts der insgesamt attraktiven Produktion, der am Schluß die Zuschauer stehend applaudierten.
Den Beifall verdienten sich genauso die Interpreten: jung, vital, auf die Aufgabe eingestimmt, mit ansprechenden solistischen Leistungen.
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