Liebe in drei Varianten
Aus TdZ 3/1983
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Bolero« / »Le bœuf sur le toit« / »Der wunderbare Mandarin«
Mit dem »Ballettabend ’83« des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin knüpfte Udo Wandtke an Traditionen an, die in den 70er Jahren auf das Ensemble aufmerksam gemacht hatten. Nach »Coppelia«, »Schneewittchen« und »Fontäne« der letzten Jahre nun ein mehrteiliges Programm.
Die drei Werke des Abends stellen wegen ihrer stilistischen Verschiedenartigkeit anspruchsvolle Aufgaben, auch der Kontrast des Inhaltlichen fordert vom Interpreten variables, hellwaches Sich-Einstellen, obwohl in jedem Liebe Gegenstand des Geschehens bleibt.
Im »Bolero« von Maurice Ravel trennte sich Wandtke von jeglichem spanischen Kolorit, ließ ihn von einem Solopaar plus Gruppe im hautengen Trikot tanzen, barfuß, mit konzentriert-gespanntem Gesichtsausdruck, expressiver Gestik. Analog der Musik entfaltet sich der Tanz aus statischer Regungslosigkeit. Dem musikalischen Crescendo entspricht die wachsende Zahl der Interpreten und deren mehr und mehr den Raum füllende Bewegung. Auf die lärmenden Schlußtakte zerfiel sie durch »zerhacktes« Licht, was dem Finale den Effekt verdarb.
Zu Darius Milhauds »Le bœuf sur le toit« entstand ein neues Libretto, eine »Chaplineske«. Die neue Handlung erscheint adäquater der stimmungsreichen, temperamentvollen, von Jazz und dem Flair südamerikanischer Klang- und Rhythmusreize inspirierten Musik. Charlie, traurig, weil einsam, taut in seiner Zuneigung zu einem armen Mädchen auf. Doch seine leichtsinnig...
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