Report
Wikinger-toxisch
Milo Rau dringt mit seinem Stockholmer „Rage“ tief ins schwedische Kulturgewebe ein
von Cecilia Djurberg
Assoziationen: Theaterkritiken Europa Milo Rau

Mit der Premiere seines neuen Stückes „Rage“ im Königlichen Dramatischen Theater (Dramaten) in Stockholm vollendet der Schweizer Regisseur Milo Rau eine Art „Stockholm-Trilogie“ über Macht und Gewalt und setzt gleichzeitig sein aktivistisches Projekt „Resistance Now“ fort. Nachdem man nur wenige Wochen zuvor die schwedische Ausgabe von „The Pelicot Trials“ auf derselben Bühne gesehen hat sowie seine exklusive einmalige Dinner-Installation „An Other Nobel Prize Dinner“ auf der kleinen, unabhängigen Avantgardebühne Konträr, kann man die Zusammenhänge durchaus erkennen.
Bei der Stockholmer Inszenierung von „The Pelicot Trial“ im Dramaten im Dezember war die Schriftstellerin und Dramatikerin Sara Stridsberg eine der Aktivst*innen, die dabei halfen, die Geschichte des Vergewaltigungsopfers Gisèle Pelicot und ihrer Täter zu verbreiten. Als der Skandal um sexuelle Übergriffe die Schwedische Akademie erschütterte, was schließlich zur Absage des Nobelpreises für Literatur 2018 führte, gehörte die feministische Autorin zu den Mitgliedern, die aus Protest aus der Akademie austraten.
In „An Other Nobel Prize Dinner“ setzten Milo Rau und Serva*ne Dècle zusammen mit der Dramaturgin Anna Kölén und der Produzentin Freja Hallberg darauf, Gisèle Pelicots mittlerweile legendäre Botschaft zu verkünden: „Die Scham muss die Seiten wechseln.“ Hier erzählten einige der Frauen, die gegen den inzwischen verurteilten Sexualstraftäter Jean-Claude Arnault ausgesagt hatten, dessen Verbrechen...

.jpeg&w=3840&q=75)















