Dresden: »Brennender Friede« Dona nobis pacem. Ein anderes Weltende wird es nicht geben ...
Aus TdZ 4/1985
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Mit diesen eindringlich zukunftsgläubigen Worten klingt der Abend aus. Auf der Szene hallt der Gedanke gestisch nach: Eine verschworene Gemeinschaft schreitet voran, dem erwählten Ziel entgegen. Zuvor jedoch senkten sich über sie, in voller Breite der Bühne, schwärzlich angesengte, blutrote Tücher. Bedrohung – und Hoffnung. Brennender Friede?
Die Uraufführung war ein thematisch aktueller Beitrag des Dresdner Staatsopern-Balletts zur Wiedereröffnung der Semperoper. Angeregt von zwei sinfonischen Kompositionen Udo Zimmermanns, schrieben Isolde Matkey und Harald Wandtke ein Libretto. Das Ballett gliedert sich in zwei eigenständige Teile, die unter verschiedenartigen Aspekten das Thema behandeln. Keine ästhetische Degradierung durch Tonkonserve, sondern hochrangige musikalische Partnerschaft mit Staatskapelle Dresden, fünf Gesangssolisten, Rundfunkchor Leipzig und dem Dirigenten.
Zuerst »Sinfonia come un grande lamento«. Dem Andenken García Lorcas gewidmet, will die Musik »mit intensiv ›redenden‹ Gesten eine Leidensgestalt beschwören, die teilnimmt an den Abgründen, der Einsamkeit und Kälte unserer Zeit« (Zimmermann). Eng an die Gedanken des Komponisten lehnt sich die Ballettfabel an. Ein Mann (sinnbildhafte Verkörperung García Lorcas?) lehnt sich gegen brutale Unterjochung auf. Trotz Hilfe durch Gleichgesinnte und die geliebte Frau wird er Opfer seiner Widersacher. Den Weiterlebenden bedeutet er Vermächtnis.
Als die Sinfonie mit dem berühmten Paukensolo einsetzt, bäumt sich der Mann (Thomas Hartmann) gegen...















