Appell zur ToleranzAltenburg: »Fantasikus«
Aus TdZ 3/1988
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Irina Pauls, seit wenigen Spielzeiten choreographierende Ballettmeisterin am Altenburger Landestheater und schon erfolgreiche Leiterin einer verschworenen Tänzergemeinschaft, hatte die Idee – eine zauberhafte Idee. Es ist nach »Café Illusion« ihre zweite Uraufführung binnen zweier Jahre. »Fantasikus« richtet ihr Hauptaugenmerk auf die Jugend ab sechs.
Drei Kinder lungern auf einem Spielplatz herum, als im schwarzen Gewand eines Zauberers Fantasikus unter ihnen auftaucht, eine moderne Variante der guten Fee. Einer der beiden Jungen wendet sich ihr zu und erhält ihren schillernd gepunkteten Hut, von dem sie eine der Kullern löst und ihm ans Hemd heftet. Damit ist der Junge zur Keimzelle einer neuen, auf Abenteuer und eine phantasievolle Weltsicht eingestimmten Kindergemeinschaft erhoben. Neugierig schließen sich ihm seine zwei Gespielen an und werden ebenfalls »bepunktet« – zu dritt Reise ins Reich der Phantasie. Nacheinander gelangen sie dabei, von Fantasikus gelenkt, zu den Zappligen, den Schläfrigen und den Widerborstigen. Von allen werden sie bestaunt, beobachtet, untersucht; doch stets stoßen sie auf Freunde, die sich auf dem Weg zu neuen Erlebnissen und Erkenntnissen anschließen. Gemeinsam befreien sie ein Kind aus seiner behüteten Zwangsisolation. Am Ende ist aus der Dreiergruppe eine bühnenfüllende Kindergemeinschaft geworden, und da alle Freundschafts-Punkte verteilt sind, kann sich Fantasikus mit kahlem...
















