Thema
TdZ+Die letzte Station
Zwischen Depot, Ausstellung und Leihverkehr
von Kathi Loch
Erschienen in: double 54: Dinge unterwegs – (Im-)Mobilität im Figurentheater (10/2026)
Assoziationen: Sachsen Puppen-, Figuren- & Objekttheater

Theaterpuppen sind für Bewegung gemacht. Im Museum aber werden sie zu bewahrenswerten Objekten, für die jeder Transport ein Risiko bedeutet. Ein Blick hinter die Kulissen der Dresdner Puppentheatersammlung erzählt von einer Logistik zwischen konservatorischer Vorsicht und dem Wunsch nach Sichtbarkeit.
Eigentlich bewegen wir unsere Dinge am liebsten gar nicht mehr. Das klingt rigoros – und ist doch die Konsequenz dessen, was eine museale Sammlung ausmacht. Die Dresdner Puppentheatersammlung ist für ihre Objekte erst einmal eine Endstation. Hier kommen sie an, werden inventarisiert, wissenschaftlich erschlossen, konservatorisch betreut und schließlich im Depot untergebracht. Aus Dingen, die einst unterwegs waren, werden Dinge, die bleiben.
Dabei ist das fast ein Widerspruch in sich. Denn kaum eine andere Sammlung bewahrt Objekte, deren Geschichte so eng mit Bewegung verbunden ist. Theaterpuppen sind dafür gemacht, gespielt, also bewegt zu werden. Vor allem aber gehörte das Puppentheater hierzulande selbst über Jahrhunderte zu den mobilsten Kunstformen überhaupt. Bevor sich feste Theaterhäuser für das Genre etablierten, reisten Puppenspieler*innen von Jahrmarkt zu Jahrmarkt, von Gasthaus zu Gasthaus, von Dorf zu Dorf. Das Theater kam zu seinem Publikum – mitsamt Bühne, Kulissen, Figuren und Requisiten.
Am Ende dieser Reise steht das Depot. Dass wir die Objekte hier möglichst nicht mehr bewegen möchten,...















