Psychologisch vertieft. Gera: »SPARTACUS«
Aus TdZ 9/1987
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
In der Choreographie László Seregis steht »Spartacus« seit Jahren auf dem Spielplan der Deutschen Staatsoper Berlin – unvergessen die Gestaltung der Titelrolle durch Roland Gawlik. Mit Inge Berg-Peters wandte sich erstmals eine Tanzschöpferin unseres Landes Aram Chatschaturjans heroischem Werk zu. Mit ihrem Dramaturgen Wolfgang Ranke kürzte sie die Partitur auf rund zwei Stunden Spieldauer und entwarf ein in sechs Bilder sich gliederndes Libretto, indem sie die Personnage des Originals auf die wichtigsten Figuren reduzierte und nur die wesentlichen Handlungsstränge beibehielt. Daß die entstandene Version die Ereignisse weder verkleinert noch simplifiziert, gehört, neben der klar erzählenden Fabel, zu den Vorzügen dieser Fassung, mit der ein mittleres Ensemble Mut beweist.
Episodenhaft reihen sich die Geschehnisse aneinander – von der Gefangennahme des Spartacus und seiner Einweisung in eine Gladiatorenschule über die Siegesphase der Aufständischen bis hin zum Triumph des in Todesmaske erscheinenden Crassus. Theo Hugs weiträumiges Bühnenbild, das die Proszeniumsseiten einbezieht und als Grundmodell die konvexe Fassade eines römischen Amphitheaters verwendet, läßt sich durch wenige Requisiten in den jeweiligen Schauplatz verwandeln.
Berg-Peters ist eine farbige, effektreiche, nach psychologischer Vertiefung strebende Arbeit gelungen. Raumfüllende, gekonnt arrangierte Ensembles kontrastieren mit Soli und Duetten, kennzeichnen die zwei konträren Welten und entrollen einen Bogen getanzter Bilder, die...
.jpeg&w=3840&q=75)















