15.10.2026
Buchpremiere
Demokratisches Theater und Theater in der Pandemie
Wie demokratisch sind unsere Theater? Kulturelle Teilhabe ist die zentrale Herausforderung für Theater und Kulturpolitik – zwischen Sparzwang, Publikumsrückgang und gesellschaftlicher Verantwortung. Auf Grundlage von Demokratietheorien, Kulturmanagement- und Kulturvermittlungsdiskursen zeigt die empirische Studie von Maria Nesemann deutliche Unterschiede in der theater- und kulturpolitischen Praxis – und im Verständnis davon, worin der gesellschaftliche Auftrag von Theater besteht. Die Publikation macht sichtbar, dass Teilhabe ein komplexer, nicht widerspruchsfreier Begriff ist.
Und wie behauptet sich öffentlich finanziertes Theater, wenn Bühnen schließen müssen? Das Buch von Angelika Endres weiderum liefert praxisnahe Argumente für Kulturpolitik, Dramaturgie und Wissenschaft – und beantwortet die Frage, was Theater künftig alles sein kann. Sie zeigt in ihrer interdisziplinären Studie, dass die Lockdowns die Häuser in Deutschland, England und der Schweiz nicht lähmten, sondern einen bemerkenswerten Wandel in der Programmgestaltung auslösten. Streaming-Premieren, XR-Inszenierungen, partizipative Stadtteilprojekte, Diskursformate und sogar medizinische Angebote erweiterten das Repertoire. Auf Basis von 25 Formattypen, Angebotsanalysen und 33 Expert*innen-Interviews belegt Endres, dass Theater auf den gestiegenen Legitimationsdruck mit neuen Rollen reagieren: als Gemeinschaftsraum, „Dritter Ort“, Placemaker und Labor angewandter Praxis.
Gleich zwei Buchpremieren finden am 15.10.26 in der Theaterbuchhandlung Einar & Bert, um 19 Uhr statt. Angelika Endres und Maria Nesemann werden Ihre Zugänge zu Theater und Öffentlichkeit anhand Ihrer Studien vorstellen und diskutieren. Eintritt ist frei.




