Vorwort
Erschienen in: 150 Jahre Theater Altenburg (04/2021)
Dem Mimen flicht die Nachwelt Kränze
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der 150. Geburtstag des Altenburger Theaters ist der willkommene Anlass, einmal Rückschau zu halten und Bilanz zu ziehen. Schlaglichtartig beleuchten Expertinnen und Experten sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wesentliche Aspekte der Theatergeschichte. Auf welche Art und Weise haben sich die Kulturinstitution, die Stadt Altenburg und das Altenburger Land über anderthalb Jahrhunderte hinweg wechselseitig beeinflusst? Inwieweit spiegelt sich auf der Bühne die Geschichte der Region, des Landes und darüber hinaus wider? Und wann und wie hat das Altenburger Theater Geschichte geschrieben?
Verbindende Elemente zwischen den Schlaglichtern sind Fotoalben, die die Theatergeschichte auch optisch lebendig werden lassen – und eine chronologische Auflistung nahezu sämtlicher Premieren seit 1871.
Es ist der Corona-Pandemie geschuldet, dass nicht alle theoretisch verfügbaren Quellen in den vergangenen zwölf Monaten auch tatsächlich zugänglich waren. Umso glücklicher bin ich, dass ein so umfangreiches Buch zustande gekommen ist.
So gilt mein besonderer Dank für die fruchtbare Zusammenarbeit allen Autorinnen und Autoren, allen Fotografinnen und Fotografen – allen voran dem aktuellen Theaterfotografen Ronny Ristok –, der Archivleiterin Doris Schilling vom Landesarchiv Thüringen/Staatsarchiv Altenburg, der Kreisarchivarin Kerstin Scheiding vom Landratsamt Altenburger Land, dem Direktor der Altenburger Museen Dr. Roland Krischke, dem Theaterarchivar h. c. Frieder Krause, dem Lektor Erik Zielke, dem Grafiker Jochen Mahlke, dem Mitherausgeber Harald Müller vom Verlag Theater der Zeit sowie zahlreichen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern.
„Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze“ heißt es im Prolog zu Friedrich von Schillers Wallensteins Lager. Gemeint ist die Vergänglichkeit der Kunstform Theater, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem spezifischen Ort mit den dort anwesenden Menschen ereignet. Das Buch zum Jubiläum stellt den Versuch dar, die Bühnenkünste – das Theater Altenburg Gera verfügt heute über fünf Sparten – dem Vergessen zu entreißen. Die Wallenstein-Trilogie ist übrigens eines der am häufigsten inszenierten Stücke des in Altenburg meistgespielten Autors.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Entdecken dieser und vieler weiterer Besonderheiten und Kuriositäten der Altenburger Theatergeschichte.
Felix Eckerle
Chefdramaturg
April 2021
















