Theater der Zeit

Theaterpädagogik

  • KMZ KOLLEKTIV & TUSCH, (An)Probe.

    Inszenierung

    TdZ+

    Die Hände hinter dem roten Sommerkleid

    „(An)Probe“ vom KMZ KOLLEKTIV & TUSCH

    In der multimedialen Performance „(An)Probe“ des KMZ KOLLEKTIVS und Schüler*innen der Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule werden Fast Fashion, Kommodifizierung von Emotionen und die Hände der globalen Textilarbeiterklasse als dokumentarisches Materialtheater sichtbar.

    von Sophie-Margarete Schuster

    Foto: Pablo Hassmann

  • Das Wutschwert muss man herausziehen, bevor es weitergeht
Kampnagel goes Thalia Gaußstraße
von Meine Damen und Herren mit Gob Squad
Premiere: 16.10.26
Von und mit: Katharina Bromka, Lis Marie Diehl, Christoph Grothaus, Merle Handzsuj, Melanie Lux, Noa Michalski, Sean Patten, Tom Reinecke, Sarah Thom, Bastian Trost 
Outside Eye: Sina Schröppel, Simon Will
Technische Leitung und Bühnenbild: Henrik Weber 
Kostüm: Janne S. Plutat 
Video: 17 motion - Lutz Auhage, Sebastian Ganser, Frederik Hinze, Iskender Kökçe, Alexander Schwendemann 
Musik: Ensemble, Christoph Grothaus
    TdZ+

    Kampnagel/Thalia Theater Hamburg: Zorn mit Wohlfühlfaktor

    „Das Wutschwert muss man herausziehen, bevor es weitergeht“ von Meine Damen und Herren mit Gob Squad (UA) – Outside Eye Sina Schröppel, Simon Will, Technische Leitung und Bühnenbild Henrik Weber, Kostüm Janne S. Plutat, Video 17 MOTION – Lutz Auhage, Sebastian Ganser, Frederik Hinze, Iskender Kökçe, Alexander Schwendemann, Musik Ensemble, Christoph Grothaus

    von Christoph Leibold

    Foto: Katrin Ribbe

  • Die Fotografie zeigt Irene Giró und Fia Neises. Die zwei Performer*innen von WITH OR WITHOUT YOU. Beide sind weiß und behindert. Beide werden weiblich und nicht-behindert gelesen. Irene hat braune, dichte, lange Locken und ist feingliedrig. Fia hat dunkelblondes, glattes, ohrlanges Haar. Ihr Körper ist größer und weicher als der von Irene. Die Fotografie zeigt beide im weißen „Silk“. Ein 14 Meter langes Tuch, das in der Mitte an der Decke aufgehängt wird. Die beiden Enden hängen schwer bis zum Boden und die Protagonist*innen wickeln, klettern, schwingen, hängen und halten sich darin. Fia ist blind und hat Irene gefragt, was sie auf dem Bild tun. Dann haben sie sich erinnert: Irene: Wunderschön. Alles wirkt ein wenig wie eine Hochzeitseinladung. Viel weißer fließender Stoff und Sinnlichkeit. Xenia hat zwei Bilder schemenhaft übereinandergelegt.  Fia: Welche? Irene: In dem Moment auf dem hinteren Bild sind wir beide auf der weichen Matte, eng zusammen und beide im Kontakt mit dem Silk.  Fia: Ich erinnere mich. Der Moment war ruhig. aber sehr schön. Ich habe mit meiner Hand versucht nachzuvollziehen, wie deine Hand oben das Silk anfasst. Dein Arm reichte nach oben und dein Gesicht war sehr zuhörend und spürend Richtung Boden geneigt. Du hattest es auf meinem aufgestellten Bein abgelegt.  Irene: Ich sehe deine Hand an der Wurzel von meinem Arm. Außerdem die Krone von deinem Kopf mit den hellblonden Strähnen, die fast meinen Rücken berührt. Mein Kopf verschwindet hinter dem linken Silk. Das andere Silk ist rechts daneben. Es ist genauso gespannt wie das linke Silk, weil es von deiner Hand nach unten gezogen wird. Darüber liegt das Bild von uns beiden im Kokon.  Fia: Wenn wir uns ganz im Silk verstecken. Beide Körper in einer Kugel. Gehalten von einem stabilen Knoten unter unserem Kokon.  Irene: Das Bild zeigt nur unsere Hände, die sich in einer Berührung vorsichtig aus einem Spalt im Kokon wagen. Der Kokon mit unseren Händen liegt blass, wie eine Erinnerung, über unseren beiden rastenden und tastenden Körpern.
    Open AccessAudioVideo

    Behindert künstlerisch leiten

    Acht Monate nach der Premiere von WITH OR WITHOUT YOU reflektiert Sophia Neises (Fia) über ihre künstlerische Leitungsarbeit. Sie fragt sich, ob sie und ihr Team eine Utopie ohne die Gegensätzlichkeit von behindert/nicht-behindert schaffen konnten. Fia beschreibt ihren Werdegang als behindertes Kind, ihr Theaterpädagogikstudium und ihre Dreifachrolle als Performerin, Ableismus-Beraterin und Access-Dramaturgin. Sie thematisiert erlebten Ableismus in Institutionen und die eigene Auseinandersetzung mit der Frage, ob und seit wann sie sich als Künstlerin bezeichnet.

    Ich habe die drei Berufsfelder Performerin, Dramaturgin und Beraterin für Ableismus – in allen inhärent Aktivistin – für mich festgelegt und erstmals klar benannt. Selbstverständlich sind die Abgrenzungen zwischen den Berufsbezeichnungen nicht immer trennscharf, aber es hilft Arbeitgeber*innen gegenüber, realistischere Erwartungen an mich zu stellen.

    — Sophia Neises

    von Sophia Neises

    Foto: Xenia Dürr

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