Editorial
Erschienen in: Theater der Zeit: Beobachtungen, Erfahrungen, Tendenzen (01/1976)
Wir begrüßen das neue Jahr, unsere Leser, und die Kollegen in den Theatern, die sich - das weisen ihre Wettbewerbsverpflichtungen aus - auch für 1976 viel vorgenommen haben. Ihr Beniühen um weitere Fortschritte der sozialistischen Theaterkunst soll auch künftig die Zeitschrift und ihre Leser interessieren. Diese Ausgabe eröffnet den 31. Jahrgang. »Theater der Zeit« wird seit Juli 1946 kontinuierlich herausgegeben und ist somit die älteste deutschsprachige Theaterfachzeitschrift. Anfang Dezember 1975 fand der III. Kongreß der Theaterschaffenden der DDR statt.
In den nächsten Heften werten wir ihn aus (siehe auch Seiten 65-67 dieses Hefts). Im Vorfeld dieses Kongresses wurden in allen Bezirken erstmalig Theaterkonferenzen durchgeführt, veranstaltet von den Räten der Bezirke im Zusammenwirken mit den bezirklichen Gremien von Theaterverband und Gewerkschaft. 15 Bezirkstheaterkonferenzen in nur eineinhalb Monaten mit über 3000 Teilnehmern (Theaterschaffende, Vertreter der Arbeiterklasse und der Öffentlichkeit), in der Diskussion nahmen mehr als 300 das Wort - das hat es bisher noch nicht gegeben!
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Was viele Theaterleute in der letzten Zeit immer wieder bewegte, mitunter auch beunruhigte, neue Gewißheit zu haben über die Rolle ihrer Kunst in der sozialistischen Gesellschaft und ihrer öffentlichen Anerkennung - auf diesen Konferenzen wurde darüber gehandelt. Der nach dem VIII. Parteitag der SED auch in der Theaterarbeit sich besonders abzeichnende Aufschwung, gewachsene Bedeutung des Theaters und die damit verbundene stärkere Resonanz beim Publikum, kurz, die Wirksamkeit des Theaters im Territorium, waren das Hauptthema dieser Veranstaltungen. Die Gesellschaft braucht ihr Theater. Die Künstler bekannten sich zum sozialistischen Realismus. So konnte Prof. Dr. Heldt, Leiter der Kulturabteilung im SED-Zentralkomitee, in seinem Schlußwort zur Leipziger Konferenz generell feststellen: »Unser Theater lebt. Es steckt in keiner Krise. Im Gegenteil: Unsere Kunst, darunter die Theaterkunst, befindet sich in einem großen Aufbruch.« Die Theaterkonferenzen leisteten wichtige Beiträge zur Vorbereitung des III. Kongresses; viele produktive Überlegungen flossen in seine Arbeit ein. [...].
Aus Jochen Gleiß: Beobachtungen, Erfahrungen, Tendenzen. Bemerkungen zu den Bezirkstheaterkonferenzen vor dem Kongreß, S. 1 (S. 1-3).
















