Bericht
TdZ+Im Kunstfest Weimar stoßen Randerscheinungen ins Zentrum vor
Eindrücke von der ersten Festivalausgabe, die Katharina Germo und Juliane Hahn kuratierten
von Michael Helbing
Assoziationen: Thüringen Dossier: Festivals Kunstfest Weimar
Erschienen am 16.9.2026

Mit Geschichten vom Stadtrand hier und vom Beckenrand dort haben sie das Kunstfest Weimar in diesem Spätsommer unter freiem Himmel gleichsam umrandet. Es begann Ende August unter anderem damit, dass sie in der Nachbarstadt Apolda sieben Autos, ein Cabrio und ein Van darunter, wie rollende Discos mit offenen Türen und Heckklappen leuchtend, blinkend, hupend auf die Festwiese fahren ließen. Und es endete Anfang September, als vier sinnbildreiche Bademeister im Finale ihrer Performance im Weimarer Freibad durchs Nichtschwimmerbecken planschten.
Hier wie dort weiteten sich kunstferne Orte zu zugleich befremdlichen wie merkwürdig vertraut wirkenden Erfahrungs- und Erinnerungsräumen. Akustisch gefüllt wurden sie auf der Festwiese mittels Privatfahrzeugen aus dem hiesigen Landkreis sowie aus Sachsen, Hessen und Bayern – allesamt ausgestattet mit High-End-Klangsystemen. Aus den Boxen ließ der Japaner Masamitsu Araki seinen „Soundtrack for Midnight Tamuro“ erschallen. 2021 fürs Festival Kyoto Experiment entwickelt, hatte er ihn fürs Kunstfest als europäische Erstaufführung adaptiert.
Zwei Wochen später kam der Sound aus Kopfhörern: als Geräuschkulisse mit Stimmengewirr, die sich als Raumklang derart ausbreitete, dass sich oft nicht sagen ließ, ob man einer Aufnahme lauschte oder etwas hörte, das sich parallel dazu vor Ort ereignet. Optisch war längst Ruhe eingekehrt im abendlichen Freibad, wo der reguläre Publikumsverkehr extra...
Erschienen am 16.9.2026

















