Gespräch
TdZ+Was macht das Theater, Daniel Morgenroth?
von Daniel Morgenroth und Stefan Petraschewsky
Assoziationen: Bayern Baden-Württemberg Dossier: Was macht das Theater...?
Erschienen am 14.8.2026

Welche Erfahrungen aus Görlitz und Zittau können Sie bei dem Wechsel nach Würzburg einbringen?
Daniel Morgenroth: Viele! Am wichtigsten aber: Wenn ein Stadttheater relevant sein will, dann muss es möglichst viele Menschen erreichen, also keine Angst vor guter Unterhaltung, aber auch keine Angst vor Kontroversen haben. Ein bisschen mehr Debatte und Streit tun uns sehr gut.
In Görlitz haben Sie versucht, die Namensrechte des Gerhart-Hauptmann-Theaters einem Sponsor zu geben. Ist dieses moderne Theatermarketing eigentlich ernstgemeint, und könnten Sie sich das Mainfranken Theater auch als s.Olivier-Theater oder Kneipp-Theater vorstellen?
DM: In Würzburg kämpfen wir zum Glück mit anderen Problemen und nicht gegen die drohende Insolvenz. Aber klar, warum denn nicht? Wenn doch alle Lebensbereiche zum ökonomischen Tauschgeschäft wurden, warum soll dann das Theater eine Ausnahme sein?
Sie planen im Februar in Würzburg ein deutsch-deutsches Mini-Festival „Die Ossis kommen!“ Wozu braucht es das?
DM: Es ist leider so, dass der Westen sich grosso modo nicht für den Osten interessiert und wenn, dann als negatives Zerrbild, immer nur AfD oder Stasi. Das müssen wir dringend ändern, wenn wir als Land wirklich zusammenwachsen wollen. Ich hoffe, den Westen und Osten emphatisch in produktiven Kontakt zu bringen.
Apropos AfD – Sie haben viel Erfahrung...
Erschienen am 14.8.2026



















