Essay
TdZ+Klimakatastrophe, Wohnungsnot und Deep Fakes
Worüber tschechische Gegenwartsdramatiker:innen schreiben
von Barbora Schnelle
Assoziationen: Dossier: Tschechien
Erschienen am 18.9.2026

Tschechien ist in diesem Jahr Gastland bei der Frankfurter Buchmesse. Neben den vielen vor allem Prosawerken, die dort präsentiert werden, lohnt sich auch ein Blick in die lebhafte Theaterszene des Landes, in der gerade eine neue Generation von Dramatiker:innen ans Ruder kommt. Was auffällig ist: Fast alle von ihnen sind auch praktische Theatermacher:innen, sie arbeiten als Dramaturg:innen oder führen Regie und schreiben oft für konkrete Inszenierungen und Produktionsbedingungen. Der Grund dafür ist die abnehmende Bereitschaft vieler Theaterhäuser, sich auf neue Stücke einzulassen, bedingt unter anderem durch die immer knapper werdenden Finanzmittel, aber auch die aktuelle performative Praxis selbst, in der Texte stark projektorientiert entwickelt werden.
Der Regisseur und Autor Michal Hába ist eine der prägnantesten sozialkritischen Stimmen. Er versteht das Theater als einen Ort, an dem wichtige Fragen unserer Zeit verhandelt werden. Für das freie Theater Divadlo na cucky in Olomouc schrieb er sein Stück „Budoucí lokální hvězda Hochman hraje bývalou globální hvězdu Thunberg“ (Der zukünftige lokale Star Hochman spielt den ehemaligen globalen Star Thunberg, UA 2022) zur Klimakatastrophe, eine Satire auf die Hilflosigkeit der zunehmend vom Populismus geleiteten Gesellschaft angesichts der globalen Bedrohung der Gegenwart. Hába fragt im Stück, wie prominent man sein muss, um über die Klimakrise sprechen...
Erschienen am 18.9.2026















