Zum Stück-Gespräch
© Tina Hartmann / Suhrkamp Verlag Berlin
Ich, Malina, Ivan, Béla & András singen und sprechen. Die Wechsel werden angemerkt. Prinz, Prinzessin und Chor singen. Markierungen der Stimmlage (Bariton oder Sopran) bei Malina bedeuten automatisch Gesang.
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Prolog
[0a.]
Straße/Außenraum/Bushaltestelle
[Ich, Malina, Chor]
Ich steht mit dem Rücken an eine Wand gelehnt (an der Bushaltestelle) und wartet. Sie hat eine Zeitung dabei und tut so, als lese sie darin.
(Die ‚Wand‘ wird [das einzige Mal?] von hinten, aus der Außenperspektive gezeigt. Wenn der Außenraum sich später dreht, entpuppt er sich als die Rückseite von Ich/Malinas Innenraum/Wohnung)
Ich Wien, Heute.
Fast unmöglich, ‚heute‘ zu sagen.
Hoffnungslos ist meine Beziehung
zu ‚heute.‘
‚Heute‘ – ein Wort, das nur Selbstmörder verwenden dürften. Wenn ich ‚heute‘ sage, fängt mein Atem an –
diese Arrhythmie –
pathologische Erregung
wird bis zum letzten Augenblick
für mich ‚heute‘ sein.
Aus der Wand (Malinas hohe Stimme, aber das wissen die Zuschauer:innen noch nicht)
Malina (Sopran) „Oh alter Duft aus Märchenzeit“
Malina tritt auf, ebenfalls mit Zeitung stellt sich mit Abstand zu Ich, kurzer Blick auf die Uhr, vertieft sich in die Zeitung. Ich blickt ihn an wie hypnotisiert. Malina hingegen bemerkt oder beachtet sie nicht.
Chor...