Theater der Zeit

Meldung (Das Wichtigste vom Tag)

Montag, 26. Oktober 2026

Nachwuchspreis des Fördervereins erstmals an zwei Schauspieler:innen ++ Open-Port-Preis 2026 geht an Rahel Hofbauer ++ Sopranistin Judith Blegen gestorben ++ Schriftsteller Joachim Lottmann gestorben

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Dresden: Nachwuchspreis des Fördervereins erstmals an zwei Schauspieler:innen

Wie das Staatsschauspiel Dresden mitteilt, verleiht der Förderverein Staatsschauspiel Dresden e. V. am Sonntag, den 22. November 2026, um 11 Uhr im Kleinen Haus 1 im Rahmen einer festlichen Matinee zum 16. Mal den Nachwuchspreis, ehemals Erich-Ponto-Preis. In diesem Jahr geht er erstmals an zwei Schauspieler:innen des Ensembles: Sarah Schmidt und Jakob Fließ.

Der Preis soll das künstlerische Schaffen von Schauspieler:innen würdigen, die in Haupt- und Nebenrollen eine außerordentliche künstlerische Begabung unter Beweis stellen. Er wird alle zwei Jahre vergeben, gehört zu den bundesweit renommierten Theaterpreisen und dient in erster Linie der Nachwuchsförderung. Zuletzt wurden Henriette Hölzel (2022) und Marin Blülle (2024) ausgezeichnet. Zu den früheren Preisträger:innen zählen unter anderem Christian Friedel (2010) und Moritz Kienemann (2018).

 

Wiesbaden: Open-Port-Preis 2026 geht an Rahel Hofbauer

Der Open-Port-Preis für junge Regie und Dramaturgie geht in diesem Jahr an die Regisseurin Rahel Hofbauer. Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste vergibt den Preis im Rahmen des PAD-Festivals gemeinsam mit der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität. Ausgezeichnet wird Hofbauer für die Produktion „Sonnenstrahl im Kopfsalat“, die sie mit dem Kollektiv „Flamboyance“ entwickelt hat. Mit dem Preis verbunden ist ein einmonatiger Forschungsaufenthalt in der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund.

Die Jury würdigt die Inszenierung als emotional und fantasievoll. Als Erzählmotor dienten die Mechanismen eines an Demenz erkrankten Organismus. Der Jury gehörten unter anderem Daniela Ginten, Marcus Lobbes und Kristina Malyseva, Gewinnerin des Open-Port-Preises 2024, an.

Rahel Hofbauer wurde 1999 in Graz geboren. 2023 gab sie mit „Emilia Galotti“ ihr Regiedebüt am Theater Bremen. Seit 2024 studiert sie Regie am Thomas Bernhard-Institut der Universität Mozarteum Salzburg. Der Preis wurde 2024 erstmals ausgelobt und nun zum zweiten Mal verliehen. Nominiert waren drei Produktionen von Berufsanfänger:innen und Studierenden aus Salzburg, Gießen und Hamburg.

 

New York: Sopranistin Judith Blegen gestorben

Die amerikanische Sopranistin Judith Blegen ist im Alter von 85 Jahren gestorben, wie BR-Klassik berichtet. Demnach starb sie am Freitag, den 23. Oktober 2026. Blegen wurde am 27. April 1941 in Kentucky geboren, spielte zunächst Violine und wechselte dann zum Gesang. Sie studierte am Curtis Institute of Music in Philadelphia, ihr Gesangsstudium führte sie nach Europa, wo sie erste Engagements unter anderem in Nürnberg und an der Wiener Staatsoper hatte.

Ihren internationalen Durchbruch erlebte Blegen an der Metropolitan Opera in New York, wo sie 1970 als Papagena in „Die Zauberflöte“ debütierte. Über 21 Spielzeiten hinweg stand sie dort 284 Mal in 20 Rollen auf der Bühne. Zu ihren wichtigsten Partien zählten Adina in „L’elisir d’amore“, Sophie in „Der Rosenkavalier“ und Susanna in „Le nozze di Figaro“. Sie gastierte zudem am Royal Opera House in London und an der Pariser Oper. Für eine Aufnahme von Bergs „Lulu-Suite“ erhielt sie eine Grammy-Nominierung. 1986 sang sie unter Leonard Bernstein mit dem Symphonieorchester und dem Chor des Bayerischen Rundfunks den „Gabriel“ in Joseph Haydns „Schöpfung“ in der Klosterkirche Ottobeuren.

 

Hamburg: Schriftsteller Joachim Lottmann gestorben

Der Schriftsteller Joachim Lottmann ist tot, wie Deutschlandfunk Kultur unter Verweis auf mehrere Medien berichtet. Demnach starb er im Alter von 70 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Lottmann wurde 1956 in Hamburg geboren. Nach dem Studium der Theatergeschichte und Literaturwissenschaft arbeitete er als Schriftsteller, Journalist und Reporter. Er gilt als Vertreter der deutschen Popliteratur.

Sein Debütroman „Mai, Juni, Juli“ erschien 1987. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zählte ihn zu den „wirkungsvollsten deutschen Büchern der letzten 20 Jahre“. Von 2005 bis 2006 war Lottmann Mitarbeiter im Kulturressort des Spiegel. 2018 veröffentlichte er eine Polemik gegen Jürgen Habermas und die Mitverantwortung linker Denker an einem „Rechtsruck in Deutschland“.

 

Redaktionsschluss: 15:01 Uhr

Erschienen am 26.10.2026

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