Dossier
Russland
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 eröffneten sich neue Freiräume für das russische Theater. Daraus entwickelte sich um die Jahrtausendwende die Bewegung der Neuen Dramatik: Autor:innen rückten die Sprache des Alltags und die Widersprüche der postsowjetischen Gesellschaft ins Zentrum ihrer Arbeit. Wichtige Impulse gingen vom Festival Ljubimowka und dem 2002 von Jelena Gremina und Michail Ugarow mitgegründeten Moskauer Teatr.doc aus, das Interviews und persönliche Erfahrungen zum Ausgangspunkt eines politisch engagierten dokumentarischen Theaters machte.
International bekannte Dramatiker wie Iwan Wyrypajew und Michail Durnenkow stehen für diese Erneuerung. Doch staatliche Repression und der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine haben die Freiräume der unabhängigen Theaterszene massiv eingeschränkt. Viele ihrer prägenden Stimmen arbeiten heute im Exil – darunter Wyrypajew in Polen und Sebrennikov in Deutschland.
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Foto: Canva
TdZ+Neuköllner Oper: Kein Applaus bei einer Premiere?!
„Vox Humana“ von Opera Aperta – Text, Theorie und Raum Illia Razumeiko, Komposition und Musikalische Leitung Roman Grygoriv, Dramaturgie Marichka Styrbulova, Dennis Depta, Elektronische Musik Valeriia Vynogradova, Kostüm Kateryna Markush, Video Ivanna Yakovyna, Kamera und Schnitt Liubov Ploskonosova, Sophia Gera, Sound Olha Goncharenko
Foto: Peter van Heesen

TdZ+Oldenburgisches Staatstheater: Betont präzise und seelenlos
„Das Ende des Westens“ von Lars Werner (UA) – Regie Łukasz Ławicki, Bühne & Kostüm Nina Aufderheide, Musikalische Leitung: Henrik Demcker Programmierung / künstlerisch-technische Mitarbeit Jakob Geffert, Digitalkostüm Marius Alwan Meyer & Wanderzirkus e.V., Pixelmapping Frieder Gätjen, Lichtdesign Olaf Brunkhorst
von Jens Fischer
Foto: Stephan Walzl
TdZ+Identitätskämpfe im Grenzgebiet
Das Vabaduse-Festival in Narva beleuchtet estnisch-russische Konflikte an einer sensiblen Grenze
von Tom Mustroph
Foto: Jelizaveta Gross
TdZ+Grenzmauern und Schützengräben
von Lara Wenzel
„Wir leben an der Grenze und Borderline Theater sickert aus uns heraus.“ Nur ein paar Tage nach dem Generation After Showcase des Nowy Teatr für Theater des jungen polischen Theaters …
Foto: Teatr Dramatyczny

Kunstfest Weimar: Geschichten vom Faschismus-Schock
„Das Land, das ich liebe“ nach Jelena Kostjutschenko – Konzept Anna Narinskaya, Regie Polina Solotowizki, Dramaturgie Polina Borodina, Bühne Vanya Bowden, Kostüme Ksenia Sorokina, Choreografie Tanya 4, Sound Design Alina Petrova und Alina Anufrienko, Video Misha Zaikanov
von Michael Helbing
Foto: Thomas Müller

Salzburger Festspiele: Die große Verblendung
„Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus – Regie und Bühne Dušan David Pařízek, Kostüme Kamila Polívková und Magdaléna Vrábová, Musik und Videodesign Peter Fasching
Foto: Tommy Hetzel/BURG

- TdZ+
„Trotzdem Ja zum Leben sagen“
Die österreichische Schauspielerin und Übersetzerin Katja Kolm im E-Mail-Interview zur Inszenierung „Hallo, hier spricht Nawalny“ am Berliner Ensemble am 16. Februar 2025 im Gespräch mit Hugo Velarde
von Katja Kolm und Hugo Velarde
- TdZ+
Das Problem mit der Apokalyptik
von Ludwig Haugk
Serie: Dramaturgie der Zeitenwende #06

TdZ+„Auf dem Podium fühle ich mich wirklich wohl!“
Anna Skryleva über ihr Aufwachsen in der Sowjetunion, die Frauen, die sie prägten, den Krieg in der Ukraine und ihre eigenen Kompositionen im Gespräch
von Anna Skryleva und Teresa Pieschacón Raphael
Foto: Nilz Boehme
TdZ+Eine schreckliche Komödie
von Viktor Jerofejew und Thomas Irmer
Die von Ihnen gleich am Anfang beschriebene Bühne zeigt auf der linken Seite die Sphäre der russischen Hochkultur und auf der rechten die Kreml-Macht, in der Mitte eine Schaubude als …
Foto: Laura Nickel
- TdZ+ Pro
Speculative Thinking: Das vernetzende Theater als lernfähiges Theater
Kultureinrichtungen in Zeiten der Krise
TdZ+Jetzt ist alles politisch
Ein Showcase in Tbilisi erzählt von der Zerrissenheit Georgiens
Foto: Bobo Mkhitar via Royal District Theatre
TdZ+Wladimir Putin – eine Figur von Dostojewski?
Über den Zusammenhang der Dostojewski-Adaptionen von „Die Brüder Karamasow“ am Münchner Volkstheater und „Dämonen“ am Wiener Burgtheater mit dem russischen Angriffskrieg
Foto: Matthias Horn
TdZ+Estland: „Lasst die Geschichte in Ruhe und alles, was mit Russlands früheren Siegen zu tun hat!“
Demografie-Performance von Rimini Protokoll „100 % Narva“ an der östlichsten Grenze der EU
von Madli Pesti
Foto: Ilia Smirnov
Der Krieg und die „Kulturrevolution“
Der Angriff auf die Ukraine ist auch ein Feldzug gegen die russische Kultur und das Theater
Das Theater in Russland erlebte bis zum 24. Februar 2022 eine Blütezeit. Vielfalt der Formen bei guter Finanzierung und Attraktivität für internationale Regisseure – das alles ist in kürzester Zeit …
von Marina Dawydowa

Editorial
Das Titelbild zeigt die Flamme über dem PCK Schwedt in der brandenburgischen Uckermark, wo seit Jahrzehnten russisches Rohöl durch die „Drushba-Trasse“ ankommt und verarbeitet wird. Die sogenannte Abfackelung von Prozessgasen …
von Thomas Irmer
Kommentar
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von Lena Gorelik
Falsches Bekennertum
Dostojewski und Putin haben sich nie kennengelernt, sich nie die Hand geschüttelt, sich nicht ausgetauscht über Politik, Kriege oder Literatur. Ein klarer Fakt, der gerade dennoch erwähnenswert erscheint. Nämlich, wenn …
Foto: Wolfang Rappel















