Essay
TdZ+ ProMit dem Schriftbild ins Gespräch kommen
Erschienen in: Edition Bayerische Theaterakademie August Everding 4: Sprechen Gestalten – Sprechen in Theater, Ausbildung und Praxis (10/2026)
Diese Publikation beleuchtet das Thema Sprechen aus der Perspektive unterschiedlichster theaterbezogener Berufsgruppen: Schauspieler:innen sprechen (selbstverständlich), Sänger:innen ebenso, Dramaturg:innen sprechen ihre Einführungen und Regisseur:innen erklären ihr Konzept meist, indem sie es einer Gruppe mündlich näherbringen. In diesem Beitrag möchte ich mich dem Thema Sprechen aus meiner Perspektive als Dramaturgin und vor allem Theaterautorin nähern. Dabei fällt eine Diskrepanz sofort auf: Wir Theaterautor:innen nehmen hauptsächlich durch schriftliche Texte am Theaterbetrieb teil. Wie diese tatsächlich auf der Bühne zur Sprache kommen, zeigt sich im Probenprozess und liegt – wenn wir nicht selbst als Regisseur:innen tätig sind oder auf der Bühne stehen – außerhalb unseres Einflussbereichs. Uns Theaterautor:innen bleibt also die schriftliche Vorlage. Eine Vorlage, die die sprachliche Gestaltung immer schon mitdenkt – da unsere Werke für die Bühne, unsere Worte für aussprechende Körper geschrieben sind. Dass in Textvorlagen generell Leiblichkeit bzw. eine gewisse Sprechhaltung angelegt ist, beschreibt Helmut Becker im Beitrag in diesem Band.1 Für Theatertexte gilt das in besonderem Maße, denn obwohl diese einerseits als eigenständige künstlerische Werke gelesen werden können, die bereits vollständig sind, ehe sie zur Aufführung gelangen,2 so werden sie doch in gesprochener Form realisiert und vor allem vom Publikum rezipiert.
Dass Theaterautor:innen hierbei Teil des...















