Laying down a Path in Talking
von Oliver Mannel
Erschienen in: Edition Bayerische Theaterakademie August Everding 4: Sprechen Gestalten – Sprechen in Theater, Ausbildung und Praxis (10/2026)
Dieser Text antwortet auf den Beitrag „Den inneren Kompass stärken“ von Julia Stanoeva.
Die Aufgabe, die sich uns Sprechpädagog:innen stellt, ist nicht leicht. Ich bin Jahrgang 1974 und unterrichte seit 25 Jahren. Bin ich in dieser Arbeit angekommen? Ich weiß es nicht. Ich bin so vielen Meister:innen des Faches begegnet, und ja, manche hatten tatsächlich eine beinahe religiöse oder doch zumindest unfehlbar anmutende Art, ihre Methode zu vermitteln. Manche hatten auch den zweifelhaften Ruf, besonders gnadenlos zu sein (in Bezug auf Phonetik, den Stimmsitz oder Textarbeit) – das galt damals manchen (heute noch immer?) als Qualitätsbeweis.
Mir wurde im Lauf meiner Arbeit aber bewusst, dass jede Übung, jeder Unterrichtsmoment, jedes Feedback, das ich gebe, immer geprägt ist von meiner eigenen Biografie – ihren Verwerfungen, Erfolgen, Beziehungen und Fragen (und manchmal auch von der einen oder anderen Meisterperson des Faches, der ich begegnen durfte). Im Dialog mit den Fragen und Aufgaben der Studierenden, deren eigenen Prägungen und in einer ganz bestimmten (historischen, sozialen, politischen) Situation entsteht dann das, was man Unterricht nennt. Deshalb gibt es so gesehen keine Methoden in der Sprechpädagogik. Es gibt nur Menschen, die einander begegnen, sich gegenseitig fordern, Fragen stellen und zuhören.
Wie wäre es, wenn...















