Die Absicht trägt die Stimme. Dieser Satz begleitet mich seit meiner Ausbildung zur Schauspielerin und erschloss sich mir im Laufe meiner beruflichen Praxis immer wieder neu. Besonders zeigte sich mir die Bedeutung dieser Aussage in konkreten Bühnensituationen, vor allem dann, wenn die Anwendung nicht griff. Hierauf wird an späterer Stelle genauer eingegangen.
Folgender Text versteht sich einerseits als Untersuchung des Eingangssatzes und der damit verbundenen Interdependenz von Schauspielmethodik und Stimmsprechtechnik, andererseits werden Konsequenzen thematisiert, wenn das Zusammenspiel von Methodik und Technik ausbleibt. Die Annäherung bezieht sich dabei auf einen psychologisch-realistischen Spielansatz, der nach wie vor sowohl in der Didaktik als auch der künstlerischen Praxis als prägend gilt. Dieser Bezug stellt keine stilistische Präferenz dar, sondern beschreibt einen Ausbildungs- und Professionskontext, auf dessen Grundlage der vorliegende Text entwickelt wurde.
Betrachtet man den ersten Begriff des Ausgangssatzes – die Absicht –, so zeigt sich darin jener Aspekt, der in der Schauspielmethodik zu verorten ist. Schauspielen gilt als Agieren. Nicht umsonst wird diese performative Kunstform in diversen Sprachen mit „tun, machen“ – ursprünglich von dem lateinischen Wort „agere“ abstammend – bezeichnet („to act“ beispielsweise). Jede schauspielerische Aktion wiederum, und sei sie noch so klein, folgt aus einer Intention heraus. Geht ein:e Schauspieler:in auf...