Bericht
TdZ+Träume der Selbstbestimmung
Das Theater Konstanz erprobt partizipative Elemente in künstlerischen Entscheidungsfragen
von Bodo Blitz
Assoziationen: Theaterkritiken Baden-Württemberg Theater Konstanz
Erschienen am 1.7.2026

Ein Sängerinnenwettstreit, der konfrontativ beginnt und als Duett endet: Michaela Allendorf und Anna Lisa Grebe in ihrer Rolle als Operndiven brillieren in einer „Miau“-Arie auf der Bühne des Konstanzer Spiegelsaals. Diese Szene wird kaum jemand vergessen, der die Konstanzer Produktion „Das Schiff der Träume“ gesehen hat. Sie stammt aus dem größeren Projekt „Rollenwandel“ des Theater Konstanz unter der Intendanz von Karin Becker. Ein Projekt, das durchaus als besonders wahrzunehmen ist. Denn mit dem Wandel der Rollen ist gemeint, dass bei einem Stück der Spielzeit – in Konstanz eben Fellinis Filmepos „Das Schiff der Träume“ – diejenigen Schauspieler:innen und Mitarbeiter:innen des Theaterbetriebes, die sich für das Projekt interessiert haben, alle wesentlichen Entscheidungen selbst tragen: Welches Stück wollen wir als „Rollenwandel“-Team spielen, wer soll die Regie führen, wer für Bühne und Kostüme verantwortlich sein? Wer wird auf der Bühne stehen? Karin Becker geht es dabei nicht nur um Autonomie, sondern auch um ein gewachsenes Verständnis zwischen den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen ihres Theaterbetriebes.
Prozesse der partizipativen Spielplangestaltung
Tatsächlich verfügt das Theater Konstanz über Erfahrung im Umgang mit partizipativen Elementen bei der Spielplangestaltung, wie Meike Sasse betont. Sie ist als Dramaturgin von Anfang an bei der Initiierung dieses besonderen Projekts beteiligt. Der zeitliche Vorlauf ist...
Erschienen am 1.7.2026


_1392.jpg&w=3840&q=75)















