Neben Artikulation, Stimmbildung und Textarbeit beschäftigt sich die künstlerische Sprechausbildung mit der mentalen und körperlichen Vorbereitung intensiver künstlerischer Handlungsprozesse. Sie ebnet den Weg für die Übersetzung von Konzepten in sinnlich erfahrbare Vorgänge. Und sie unterstützt Persönlichkeiten, die sich im Alltag eines stark fordernden Berufsfelds behaupten müssen, mit konkreten Strategien der Selbstwirksamkeit. Sie fördert die Prozesse darstellender Kunst.
Kolleg:innen befragen ihre Arbeit beständig, recherchieren und entwickeln Methoden, um den Anforderungen an das Fach begegnen zu können. Sie integrieren dabei immer neue Herausforderungen, die auf die Gesellschaft und damit auf die darstellende Kunst zukommen.1
Auch Austausch dazu findet statt: auf Symposien wie zuletzt 2022 in Halle, in fachinternen Netzwerken oder innerhalb des Kollegiums der jeweiligen Institution.
Der Diskurs verbleibt jedoch vornehmlich innerhalb der Nische des Faches.
Viel zu häufig stößt man als Sprechdozent:in noch auf Zuschreibungen von Kunstschaffenden, die möglicherweise aus fehlendem Bewusstsein das Fach auf die Arbeit an der „Verständlichkeit“ reduzieren. Das schließt wesentliche Inhalte aus der Arbeit am künstlerischen Prozess aus und kreatives Potenzial bleibt ungenutzt. Dieses zeigt sich, wenn interdisziplinäre Zusammenarbeit gelingt und das Interesse für einander ergänzende Kompetenzen kreative Prozesse zeitigt, die alle Möglichkeiten des Erzählens ausloten. Und die eine sinnlich-künstlerische Verständlichkeit zum Ziel haben. Im besten...