Bericht
TdZ+Tradition in anderen Formaten
In Vilnius zeigte die Performing Arts Platform neue Tendenzen der litauischen Szene
von Thomas Irmer
Assoziationen: Performance Dossier: Festivals
Erschienen am 1.10.2026

Im alten Orgelsaal der Universität von Vilnius herrscht zwischen Marmorsäulen und einer Empore mit Büsten von Gelehrten aus früheren Jahrhunderten eine erhabene Atmosphäre. Das große Rundfenster sieht aus wie ein halbes Sonnenrad und es gibt eine ausgezeichnete Raumakustik. Hier haben Neringa Černiauskaitė und Ugnius Gelguda, die für ihre gattungsübergreifenden Kunstprojekte den Namen „Pakui Hardware“ nutzen, die in der Form ungewöhnlichste Produktion der kleinen viertägigen Auswahl. „Sporos“ (Sporen) ist ein Parcours mit Gesängen, die vom Heilen und von Pilzen handeln, etwas esoterisch und dabei wunderschön. Das Publikum sitzt zwischen den im Raum verstreuten Sänger:innen und läuft dann mit ihnen mit durch das alte Gebäude. Wer mag, kann mitsingen – erwartet wird es von den internationalen Gästen nicht, denen man zur Orientierung das Libretto in die Hand gedrückt hat. Im Untertitel von „Sporen“ gleich das Konzept: Pilze sammeln mit einem Therapeuten. Im scheinbar endlosen Chorus heißt es: „We pick up the mushrooms / We carry their spores / We carry each other / We’re carried in spores“.
„Pakui Hardware“ sind durchaus keine Neuentdeckung, vor Jahren schon stellten sie u. a. im Leipziger Museum der bildenden Künste aus. Neu ist allerdings, dass sie inzwischen von dem Produktionshaus Operomanija mit solchen performativen Arbeiten präsentiert...
Erschienen am 1.10.2026

















