Thema
TdZ+Auf verschlungenen Wegen
Vom Wachsen einer Museumssammlung
von Antonia Napp
Erschienen in: double 54: Dinge unterwegs – (Im-)Mobilität im Figurentheater (10/2026)
Assoziationen: Schleswig-Holstein Puppen-, Figuren- & Objekttheater

Manche Dinge gelangen gezielt in ein Museum, andere auf Umwegen, die niemand geplant hat. Am Beispiel von KOLK 17 Figurentheater & Museum in Lübeck zeigt sich: Nicht nur einzelne Objekte tragen eine Geschichte in sich – auch die Sammlung als Ganzes gibt Auskunft darüber, auf welche Weise und aus welchen Beweggründen sie zusammengetragen wurde.
Wenn ein Museum im Hinblick auf das Werk bestimmter Künstler*innen neu gegründet wird, es um die Sichtbarmachung eines Theaterfundus geht oder wenn ein bestehendes Museum die Rechtsnachfolge anderer Institutionen oder Personen antritt, kommen die Dinge manchmal ganz automatisch. Bei KOLK 17 betraf dies den verbliebenen Fundus des Lübecker Marionettentheaters von Fritz Fey senior. Nach der Fusion von Theater und Museum kamen Objekte aus einer Handvoll Inszenierungen in die Sammlung: Marionetten, Requisiten und Bühnenbilder. Die Objekte gingen in das Eigentum von KOLK 17 über, nachdem sie sich zuvor bereits als Dauerleihgabe im Museum befunden hatten. Über ihren musealen Status war damit jedoch noch nicht entschieden. Die gleichsam rückwirkende Legitimierung war aufgrund ihrer doppelten Funktion allerdings nahezu zwingend: Die Objekte aus dem Fundus des Lübecker Marionettentheaters zeugen einerseits von der künstlerischen Arbeit eines Figurenspielers und -bildners in den 1950er- bis 1980er-Jahren in Norddeutschland. Andererseits sind sie Teil unserer...















