Flughäfen, Autobahnen und von Umweltkatastrophen verschlungene Häuser: Die internationale Koproduktion „Transport“ blickt mit Miniaturfiguren und -tableaus auf die beschleunigte Gegenwart. Koordiniert von der Leitung des Puppentheaters Ljubljana entstanden an Puppentheatern in Białystok/Polen, Tallinn/Estland, Klaipeda/Litauen, Pilsen/Tschechien und Maribor/Slowenien sechs Stücke, die das titelgebende Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Anlässlich der Deutschlandpremiere aller sechs Produktionen beim Fidena Festival in Bochum sprach double-Autorin Anke Meyer mit Regisseur Tin Grabnar, der das Projekt gemeinsam mit der Dramaturgin Ajda Rooss sowie einem Team von Sound-, Bühnen- und Kostümdesigner*innen an allen beteiligten Theatern inszeniert hat.
double: Was war der Ausgangsimpuls für das Projekt „Transport“ mit sechs beteiligten Theatern aus fünf Ländern?
Tin Grabnar: Die Ausgangsidee von „Transport“ war, die Auswirkungen globaler Transportströme zu erforschen und hierfür verschiedene Theater aus Europa in einem gemeinsamen Projekt zu verbinden. Zu selten vergegenwärtigen wir uns, dass unsere alltäglichen Entscheidungen – z. B. wenn wir auf dem Markt Lebensmittel einkaufen, die von der anderen Seite der Erde kommen – direkt oder indirekt Konsequenzen für Menschen überall auf der Welt haben. Wir können heute, in einer globalisierten Welt, als ein Land oder eine Gruppe von Menschen nicht mehr unabhängig voneinander existieren, unsere Handlungen haben immer Folgen in einem größeren Maßstab....