Essay
TdZ+ ProSpiel als Brücke zur Freundschaft
Plädoyer für ein neues europäisches Theater
von Robert Schuster
Erschienen in: Freundschaft im Theater – Eine Suche auf und hinter der Bühne (11/2026)

Die Brücken auf den Rückseiten der Eurobanknoten symbolisieren laut der Europäischen Zentralbank „die Verständigung zwischen den Menschen in Europa sowie zwischen Europa und der übrigen Welt“ (Europäische Zentralbank o. J.). Gewissermaßen „Brücken“ zwischen Ländern und Völkern. Wir haben eine Währung, aber viele Sprachen. Dass die Brücken zumindest bis vor Kurzem nicht mehr durch Schlagbäume getrennt waren, war ein beglückender Fortschritt auf einem Kontinent, dessen Geschichte über Jahrhunderte von Kriegen geprägt war und der nach dem letzten, kalten, gar durch den Eisernen Vorhang für immer getrennt schien. Nun wird dieses neue Normal schon wieder durch autoritäre Bewegungen und immer neue Kriege ungewiss. Vielleicht ist das der Moment, um darüber nachzudenken, wie groß die innereuropäischen Bindungen schon sind. Vielleicht ist es auch der Augenblick, darüber nachzudenken, ob es gar Brücken der Freundschaft geben kann. Und nicht, weil eine Brücke, wie in der Stadt meiner Kindheit, diesen Namen bekam, sondern weil sie durch transnationale Zusammenarbeit zu einer Praxis wird.
Kann es Freundschaft in transnationaler Theaterarbeit geben? Und wenn ja, muss die Freundschaft die Voraussetzung für derlei Austausch und Zusammenarbeit sein, oder ist sie bestenfalls manchmal das Ergebnis? Um es vorweg zu sagen: Ich glaube sogar, dass sie Teil eines politischen Imperativs ist.
Freundschaft...
















