Gespräch
TdZ+ Pro„Is my future all in the past?“
Die Queer-feministische Plattform Creamcake im Gespräch
von Ute Müller-Tischler und Creamcake
Erschienen in: Arbeitsbuch 2026: Setting the Stage, Vol. 3 – Contemporary Spaces (07/2026)
Assoziationen: Dossier: Queeres Theater

Unter den Kuchen gehören Creamcakes zum fluffigsten und süßesten Backwerk, das ich mir vorstellen kann. Gibt es da eine Verbindung zur Plattform Creamcake?
Der Name Creamcake war zum Teil eine Anspielung auf die frühere Queer-Party „Milkshake“, die Anja bis 2011 mitorganisierte. Auch dort wurden Körper aktiviert und es gab elektronische Musik. Allerdings lag der Schwerpunkt weniger auf avantgardistischen und experimentellen Ansätzen oder interdisziplinären Praktiken und Beziehungen, die in die Performance, Bildende Kunst und die digitale Kultur hineinreichen. Der Schwerpunkt lag auf weiblich identifizierenden Künstler:innen im Techno, die die einstige Boys-Club-Mentalität aufmischten.
Wichtig war für uns auch die inhaltliche Ebene. Die Sahnetorte ist ein Sammelbegriff für alle Arten von cremigem, opulentem Gebäck, das reich an Aromen, Texturen und Genüssen ist. Die Kunst und die Künstler:innen, die wir zusammenbringen und unterstützen, oder die thematischen Schwerpunkte, die wir mit unterschiedlichen Formaten generieren, haben eine gewisse Komplexität, Resonanz und Fülle, aber auch eine lockere, lustvolle, magische Verspieltheit, die Freude und das Feiern von queerem Vergnügen widerspiegelt. Wenn wir unsere Plattform mit einer Torte charakterisieren sollten, dann wären es die unkonventionellen Verlockungen von „rustcakes“, die wir bei unserer „10/11“-Geburtstagsfeier in der Galerie im Körnerpark im Jahr 2022 zeigten und die das grenzenlose ästhetische Terrain des...



















