Statements von Künstler:innen und Publikum
Zusammengestellt von Jenny Patschovsky
Erschienen in: reach out – Zirkus und Publikum (VOICES VI) (05/2026)

Zirkusartist:innen sind Akteur:innen in einem (mehr oder weniger) öffentlichen Raum. Sie nehmen ihre Umwelt wahr, verhandeln sie, experimentieren und reorganisieren – immer unter Einsatz ihrer Körper, die erzählen und Bedeutungen herstellen. Die Darbietung von etwas Ungewöhnlichem, Neuem, Einmaligem ist in der Lage, eine Menschenansammlung zu schaffen - in der Regel ein Kreis aus Neugierigen, der sich im Rund der Manege wiederfindet. Der Artist Johann Le Guillerm spricht hier von der natürlichen Architektur der Ansammlung, von einem Raum der Blickpunkte, der um das Faszinierende oder Verblüffende entsteht, das hier als „minoritäre Praxis“ betrachtet wird.
Die Parameter Raum, Körper und Außergewöhnlichkeit bilden schon immer den Ausgangspunkt einer zirkusspezifischen, oft nonverbalen Begegnung zwischen Artist:innen und Zuschauenden. Wie wird diese Begegnung von den Zirkuskünstler:innen heute gestaltet? Wie verändert sich diese Beziehung, wenn sich der Aufführungskontext verändert? Und erwächst aus kreativen Begegnungen im öffentlichen Raum auch die Motivation zum Besuch von anderen Kulturveranstaltungen?
Fünf Zirkuskünstler:innen teilten ihre Gedanken und Ansätze zum Thema Publikum. Die beiden Artistinnen des Kollektivs XY, Amaia und Clémence, antworten gemeinsam, da die kollektive Philosophie der Gruppe nahelegt, dass immer mehrere Positionen zu Wort kommen.
















