Auferstehung ist möglich
Man kann sich das Leben – hernehmen. Es annehmen, in Schutz nehmen
Erschienen in: Gero Troike – In unmittelbarer Nähe (07/2025)
Assoziationen: Gero Troike
1. Gero Troike beginnt eines Tages, Notizbücher anzulegen. Spiralblock, Querformat, DIN A 5. Modellfotos. Auf kariertem Papier, einer Vorliebe. Nach wenigen Seiten steht jene Situation fest, die im wahren Sinn des Wortes der Grund aller Seiten aller Notizbücher sein wird: ein offenes Grab. Eine Leiter, Erdaufwurf. Immer aufs Neue diese Szene, variiert wieder und wieder. Begleitet von grafischen Improvisationen oder Texten auf der Gegenüberseite. „Es war eine große Freude, ganz langsam mit Füller und Lineal Striche über die Modellfotos zu ziehen.“ Die Notizen: Merkzettelprosa für Tagesabläufe und Einkäufe oder eine seitenlange Abschrift der biblischen Schöpfungsgeschichte. Oder die Geschäftsordnung einer Sitzung des Arbeitskreises Wildpark Völlinghausen. „Da merkt man, was von der Schöpfung übriggeblieben ist: Konservierung, Bürokratie.“ Oder da, ein Gedicht von Nikolaus Lenau über drei Sinti und Roma: „An den Kleidern trugen die Drei/ Löcher und bunte Flicken./ Aber sie boten trotzig und frei/ Spott den Erdengeschicken.“ Weisheiten kommen aus örtlicher Praxis: „Der Monteur in Altenmellrich, der meine Motorsäge wartet, hat mir einmal gesagt: ,Es gibt nichts Schlimmeres als eine stumpfe Sägekette.‘“
2. Besagte Grablegung: „Vor einiger Zeit verspürte ich plötzlich große Lust, auf meinem Arbeitstisch im Atelier eine Szene mit drei Personen ,am offenen Grab‘ aufzubauen. Den Mann und die...

















