Thema
Mit Tanz und Schattenspiel für Freiräume im Freiheitsentzug
Das Theater Konstanz entwickelt Projekte mit Strafgefangenen in ganz Baden-Württemberg, im Spiel erproben die Inhaftierten ein neues Miteinander und Wege aus der Kriminalität
von Elisabeth Maier
Assoziationen: Baden-Württemberg Theater Konstanz

Der Gefangene sitzt an der Schreibmaschine und tippt. Sätze in deutscher Sprache zu formulieren, das fällt dem Mann aus dem Kosovo schwer. Doch aus seinen Worten spricht Hoffnung. Über die Leinwand fliegen die schwarzen Silhouetten von Vögeln. Die Produktion „Irgendwo im Nirgendwo“ berührt. Die Szenen zeigen die Sehnsüchte der Strafgefangenen, die sich in der Justizvollzugsanstalt Ravensburg auf den Hauptschulabschluss vorbereiten. Die vierzigminütige Stückentwicklung haben Theaterpädagoginnen aus Konstanz im Projekt „Theater hinter Gittern“ realisiert.
Die Akteure tragen weiße Hemden und elegante Hosen. Kostüme prägen ihre Rollen. Wenn sie aus Hoodies und Sweatshirts schlüpfen, streifen sie für die Dauer der Aufführung eine andere Identität über. Die Männer, die aus unterschiedlichen Gründen im Strafvollzug gelandet sind, agieren auf der Bühne professionell. Diese Disziplin fordern die Theaterpädagoginnen ein. „Wir haben Text und Szenen mit den Spielern entwickelt“, bringt Magdalene Schaefer das Konzept dieser Produktion auf den Punkt. Requisiten und Kostüme hinter die Gefängnismauern zu bringen, war nicht einfach. Alles wird streng kontrolliert.
Die eigenen Gedanken und Erfahrungswelten einfließen zu lassen, das ist dem vierköpfigen Team von „Theater hinter Gittern“ wichtig. „Bei den Proben haben wir Talente der Spieler entdeckt, die wir gezielt fördern“, sagt ihre Kollegin Franziska Schmid. Ein Spieler aus Afrika hat in...

_1392.jpg&w=3840&q=75)
.jpeg&w=3840&q=75)















