Vivaldi trifft Villa-Lobos
von Matthias Roth
Erschienen in: Live und in HD – Intendanz Holger Schultze 2011–2026 (04/2026)

Das Philharmonische Orchester der Stadt Heidelberg hat in seiner langen Geschichte manche Höhen und Tiefen erlebt. Sein Gründer und erster Generalmusikdirektor (GMD), Philipp Wolfrum, hatte es zu einem Klangkörper geformt, den 1901 Jean Sibelius und 1903 – zur Eröffnung der Stadthalle – auch Richard Strauss und Gustav Mahler dirigierten. Es war in über 130 Jahren in Konzert und Theater sowie in den Konzerten des Bachvereins ein verlässliches Instrument und ein wesentlicher Pfeiler im Kulturleben der Stadt, stand aber schon in den 1960er- und 1970er-Jahre fast vor der Auflösung, als die Opernsparte in Heidelberg zur Disposition stand. Die Heidelberger Bürger*innen wehrten sich erfolgreich. Bis heute hat kein anderes regelmäßig stattfindendes städtisches Kulturangebot ein derart großes, aufgeschlossenes und treues Publikum wie die Abonnementreihe des Philharmonischen Orchesters.
Als Holger Schultze die Intendanz in Heidelberg übernahm, befand sich das Philharmonische Orchester gerade auf einem Höhenflug: Mit Cornelius Meister als Noch-GMD und Heribert Germeshausen als Operndirektor waren auch die hiesigen Musiker*innen deutschlandweit in aller Munde. Man hatte in führenden Zeitungen und Magazinen (auch im TV) sowie der Fachzeitschrift Opernwelt über das »Opernwunder« am Neckar berichtet und den jüngsten GMD Deutschlands porträtiert.
Manche Opernproduktion wurde als Sensation gewertet: Nicht zuletzt überraschte eine kleine Gruppe von Philharmonikern...

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