Theater der Zeit

Das Wichtigste vom Tag

Freitag, 12. Juni 2026

Otto Kasten-Preis für Fuhr, Koller und zwek ++ Deutscher Kulturförderpreis für Spielart-Festival und BMW ++ Konzeptgeförderte Theater fordern mehr Mittel vom Land Berlin ++ Berliner Theater Ost muss für Sanierung Studio 5 räumen ++ Neues Netzwerk gegen Antisemitismus an Theatern gegründet

Assoziationen: Freie Szene Berlin Bayern Spielart Berliner Ensemble Junges Theater Augsburg Staatstheater Augsburg

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Berlin: Otto Kasten-Preis für Fuhr, Koller und zwek

Der Deutsche Bühnenverein hat im Rahmen seiner Jahrestagung am Berliner Ensemble den Dr. Otto Kasten-Preis 2026 an die Theatermacher:innen Calle Fuhr, Sabine Koller und zwek (Gustav Kleinschmidt) verliehen, wie der Verband mitteilt. Der in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Theater als demokratischer Raum“ vergebene Preis ehrt künstlerische Positionen, die mit der Öffnung von Bühnenräumen experimentieren und demokratische Erfahrungsräume schaffen.

Die 1962 gegründete Dr. Otto Kasten-Stiftung vergibt den Preis in Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Intendant:innengruppe im Deutschen Bühnenverein an herausragende junge Theatermacher:innen; 2026 bündelt sie ihre Mittel in drei gleichwertigen Auszeichnungen, die jeweils mit 4.000 Euro dotiert sind. Fuhr wird für sein „Investigativtheater“ an der Schnittstelle von Journalismus und Bühne geehrt, Koller für partizipative Formate politischer Bildung wie die Schul(hof)performance „Demokratie“ am Staatstheater Kassel und zwek für bühnenbildnerische Arbeiten und Installationen.

 

München: Deutscher Kulturförderpreis für Spielart-Festival und BMW

Die BMW Group erhält für die Förderung des Internationalen Theaterfestival Spielart den Deutschen Kulturförderpreis 2026, wie der Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft bekanntgibt. Ausgezeichnet wird damit eine seit Jahrzehnten bestehende Public-Private-Partnership zwischen dem Kulturverein Spielmotor München e.V., der Stadt München und BMW, die das biennale Festival für zeitgenössische, internationale Theaterformen trägt.

Der Deutsche Kulturförderpreis wird vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI, dem Handelsblatt und dem ZDF vergeben und würdigt seit 2006 herausragende Kulturförderprojekte von Unternehmen und Stiftungen. 

 

Berlin: Konzeptgeförderte Theater fordern mehr Mittel vom Land

Vierzehn Berliner Bühnen in der Konzeptionsförderung haben in einem gemeinsamen Positionspapier unter dem Titel „Kultur mit Konzept“ den Berliner Senat aufgefordert, die Förderung der Freien Darstellenden Künste deutlich zu stärken. Die Häuser verweisen darauf, dass sie als „Haus in der Fläche“ mit mehr als 2.000 Veranstaltungen jährlich über 200.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erreichen und dabei wesentlich zur kulturellen Bildung, Vielfalt und demokratischen Teilhabe in der Stadt beitragen.

In einem zweiten Teil des Papiers („Förderung mit Konzept“) fordern die Theater unter anderem mindestens fünf Millionen Euro zusätzlich für die Konzeptförderung, gekoppelt an Kostensteigerungen, sowie weitere Mittel für Neuaufnahmen in das Programm. Zugleich verlangen sie eine bessere Ausstattung zentraler Projektförderprogramme, eine Stärkung des Hauptstadtkulturfonds um zehn Millionen Euro für Projekte der freien Szene und den gezielten Ausbau von Maßnahmen für Diversität, Inklusion und gemeinsame Infrastrukturen der Freien Theaterlandschaft.

 

Berlin-Adlershof: Theater Ost muss für Sanierung Studio 5 räumen

Das Theater Ost im denkmalgeschützten Studio 5 in Berlin-Adlershof muss seine Spielstätte wegen einer umfassenden Sanierung des Gebäudes vorübergehend verlassen, wie die Berliner Zeitung berichtet. Demnach hat der Erbbaurechtsnehmer den Mietvertrag gekündigt, um das seit Langem sanierungsbedürftige Studio mit Blick auf Brandschutz und Barrierefreiheit zu erneuern und einen mehrgeschossigen Neubau für kulturelle, medienbezogene und soziale Nutzungen zu errichten.

Die Bauarbeiten sollen laut Senatsverwaltung rund zweieinhalb Jahre dauern; einen Weiterbetrieb des Theaters während der Bauzeit, wie ihn die Theaterleitung vorgeschlagen hatte, lehnt der Senat ab und will stattdessen mit dem bisherigen Unternehmen die Sanierung umsetzen. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Theater Ost laut Präambel des Erbbaurechtsvertrags grundsätzlich wieder Räume im Studio 5 anmieten können, bleibt jedoch vorerst ohne feste Spielstätte und muss Ausweichmöglichkeiten organisieren.

 

Augsburg: Neues Netzwerk gegen Antisemitismus an Theatern gegründet

In Augsburg wird am 28. und 29. Juni 2026 die „Initiative Antisemitismuskritik & Theater“ gegründet, ein Arbeitsnetzwerk von Staatstheater Augsburg, Jungem Theater Augsburg, Landungsbrücken Frankfurt, dem Theaterkollektiv KGI und dem Institut für Neue Soziale Plastik, wie die Initiatoren mitteilen. Ziel des Zusammenschlusses ist es, Antisemitismus in den Darstellenden Künsten entgegenzuwirken und aktuellen Erscheinungsformen antisemitischer Muster in Theaterpraxis und -strukturen zu begegnen.

Das 2015 von antisemitismuskritischen und jüdischen Künstler:innen gegründete Institut für Neue Soziale Plastik, das die Initiative koordiniert, versteht das Netzwerk als Impuls, um Theater als prägende Orte des öffentlichen Weltverständnisses stärker gegen antisemitische Ressentiments zu positionieren.

 

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Redaktionsschluss: 15:00 Uhr

Erschienen am 12.6.2026

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