Licht. Blicke
Erste Strahlen, letzte Gedanken und die Frage nach dem Dank
Erschienen in: Gero Troike – In unmittelbarer Nähe (07/2025)
Assoziationen: Gero Troike
Das Licht. Es liefert uns die morgendliche Illusion, die Welt würde heute erschaffen. Aber es ist keine Lieferung frei Haus. Wir müssen die Welt schon wollen. Genau diesen einen Tag, der jetzt ansteht. Oft schwer genug, etwa wenn zum ersten Blick ins Licht gleich auch jene letzten Gedanken wiederkommen, die uns gestern am Schlaf hinderten. Und schon kann geschehen, dass alles Licht sich verengt und einzig noch zum hellen Punkt schrumpft, den wir am Ende eines Tunnels zu sehen hoffen.
Nein, so möge es nicht beginnen, wenn von Licht die Rede ist. Nichts soll hier aufgerufen werden, was dies helle Wunder schlecht beleumundet. Solche Dinge gibt es, fraglos. Denn der Mensch hat das Licht in ungute Wortverbindungen gesperrt: Lichtschranke zum Beispiel, ein Wort, wie man es den Bäumen mit dem Begriff Schlagbaum antat. Und dass Heinrich von Kleist seinen verkrümmgierigen, schleichenden Beamten, den Schreiber in „Der zerbrochne Krug“, ausgerechnet Licht nannte, das kommt einem Kompliment nicht gerade nahe, es bringt das Licht in den Verruf der kalten Bloßstellung, als sei es ein Instrument der Ausleuchtung. Doch immerhin bleibt es wenigstens indirekt geehrt als Synonym für gedankliche Helle – ein großes Licht ist dieser Licht allerdings beileibe nicht.
Es werde Licht...

















