Mediale/Digitale Räume
Erschienen in: Arbeitsbuch 2026: Setting the Stage, Vol. 3 – Contemporary Spaces (07/2026)
Mediale und digitale Räume markieren im zeitgenössischen Theater eine unermessliche Erweiterung des Raumbegriffs. Raum erscheint nicht mehr als physischer Ort, sondern als verknüpfter Zustand, der sich aus technischen, sozialen und ästhetischen Faktoren zusammensetzt. Netzwerke, Plattformen, Datenströme und Simulationen werden zu konstitutiven Kräften, die Wahrnehmung, Bewegung und Zeitlichkeit strukturieren.
Abstraktion und digitale Performance
Beat Brogle entwickelt abstrakte digitale Performances, in denen Raum nicht als Abbild der Welt, sondern als Rechenkraft, Code und visuelle Struktur erscheint. Digitale Räume entwickeln hier eine eigene Materialität, die sich von physischen Räumen unterscheidet, aber ebenso wirksam ist. Der Raum wird nicht bloß dargestellt, vielmehr generiert; er entsteht aus Daten, Algorithmen und algorithmischen Entscheidungen.
Licht und Wahrnehmung
James Turrell arbeitet mit Licht, architektonischen Intervallen und sensorischen Räumen, die Wahrnehmung selbst zur technischen Instanz machen. Seine Lichtinstallationen werden hier als Erfahrungsräume, als experimentelle Felder verstanden, die Publikum in einen direkten Kontakt mit physikalischen Bedingungen bringen. Wahrnehmung wird zu einem Prozess, der zwischen Physik, Illusion und technischer Inszenierung zirkuliert.
Simulation und Cyberraum
Markus Selg sowie CyberRäuber entwickeln hybride Sphären, in denen Fiktion, Überwachung, Medien und Realität verschmelzen. Räume werden in Echtzeit konstruiert, verändert und simuliert. Der Cyberraum ist nicht virtuell im Sinne einer Abwesenheit des Physischen, sondern eine eigene...
















