Bericht
Deutsche Spielpläne
Die AfD Sachsen-Anhalt will im Theater ihre Wertvorstellungen durchsetzen
von Michael Helbing
Assoziationen: Thüringen Debatte Sachsen-Anhalt Theater Magdeburg Neues Theater Halle

Die gute, vermeintlich beste Theaternachricht aus dem AfD-Programm für die im September anstehende Landtagswahl Sachsen-Anhalts lautet so: Anders als vor fünf Jahren steht darin nicht, dass man die Landeszuschüsse für die Bühnen halbieren möchte. Allerdings: Im TdZ-Telefonat mit dem Alleinautor des Entwurfs, über den ein Parteitag Mitte April in Magdeburg befinden muss, entsteht eine irritierte Pause, als das Gespräch darauf kommt. Er wirkt überrascht, als sei ihm nicht bewusst gewesen, dass jene Passage rausflog. Sie war ihm wohl durchgerutscht. Er flüchtet sich dann in Sätze wie: „Prinzipiell sind wir ja Freunde der Kultur. Was mir schon immer nicht behagt hat, ist dieser neoliberale Ansatz, die Kultur als überflüssig zu erachten und zusammenzustreichen.“
Objektiv betrachtet ist die AfD kulturpolitisch die auffälligste Partei Deutschlands. Und innerhalb dieser scheint sich das wiederum über den Landesverband Sachsen-Anhalt sagen zu lassen, der gerade Richtung absolute Mehrheit schielt, motiviert durch bis zu vierzig Prozent Zustimmung in Umfragen. Hans-Thomas Tillschneider bestätigt den Eindruck sofort. „Wir sind kulturpolitisch ambitioniert.“ Denn „die Misere“, unter der Deutschland leide, habe letztlich kulturelle Ursachen. „Weshalb trauen Politiker sich nicht“, fragt er rhetorisch, „das Eigene durchzusetzen, weshalb fühlen sie sich z. B. verpflichtet, Migranten aus aller Herren Länder aufzunehmen?“
Und schon bestätigt er...


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