partners in crime
Lieber Wilfried …
Erschienen in: D’haus. Düsseldorfer Schauspielhaus 2016–2026 – Schauspiel – Junges Schauspiel – Stadt:Kollektiv (05/2026)
… als wir uns 2015 zum ersten Mal begegneten, ging für dich deine Zeit in Dresden dem Ende zu, einem Ende, das du vielleicht nicht direkt herbeisehntest, dafür war deine Verbindung mit der Stadt und den zu dieser Zeit noch eher spezifisch östlichen Themen (Pegida) sicher zu engagiert. Du warst dort wichtig, das Theater galt als safe space und Ort offener Ohren und Augen. Aber du musst Düsseldorf auch als eine willkommene neue Aufgabe angesehen haben: eine Stadt, die ja weniger zur Selbstzerfleischung neigt und in der amüsanterweise eine ungebrochene Prosperitätsgläubigkeit zutage trat, die du ein wenig verwundert zur Kenntnis nahmst. Die rheinische Mentalität, die dir weniger, mir mehr aneignet, ist ja Fluch und Segen zugleich.
Du warst noch nicht angekommen in Düsseldorf, als du mich anriefst und wir uns trafen. Da war keineswegs klar, dass wir Freunde sein könnten, denn wir fanden uns mitten in einer Diskussion wieder, die den Zeitplan, ja sogar die Unmöglichkeit einer ersten Spielzeit betraf, deinen Vertrag mit Land und Stadt, deine Enttäuschung und dein Entsetzen über die Verwirrung und die Nonchalance, mit der man mit diesen Fragen umging, ja sogar die Existenz des Schauspielhauses infrage stellte. So wurden wir partners in crime, denn das...

















