Theater der Zeit

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Ein Land voller Impulse

Vorwort der Herausgeber

von Rainer Mennicken und Stephan Rabl

Erschienen in: Theater für junges Publikum – Szene Österreich von Bregenz bis Wien (10/2008)

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Es gibt in Europa das eine oder andere Land, dessen Szene der Darstellenden Kunst für Kinder und Jugendliche ein erkennbares Profil entwickelt hat und zum Begriff geworden ist. Wer als Theaterschaffender oder Beobachter mit diesen Ländern zu tun bekommt, weiß, für welche Art von Kunst sie stehen. Und die österreichische Szene? Was macht sie aus? Was ist ihre Besonderheit?

Selten stehen alle Spielarten der Darstellenden Kunst so gleichberechtigt auf der Bühne wie hierzulande. Dass Tanz genauso wie Puppentheater auf den Bühnen präsent ist, dass Medien- und Musiktheater bis zur Oper für junges Publikum in den hiesigen Spielplänen ganz selbstverständlich neben Schauspiel und Musical zu finden sind, verweist auf eine hochentwickelte Durchdringung der Disziplinen und vielfältige künstlerische Kooperation.

Durch zahlreiche internationale Festivals kamen in den vergangenen zwei Jahrzehnten Einflüsse aus der Schweizer, der deutschen, dänischen, niederländischen, italienischen und flämischen Szene nach Österreich. Stücke wurden entdeckt und nachgespielt, Regisseure verpflichtet, Impulse übernommen, und hier wurden sie verschmolzen zu einem eigenen Stil, dem österreichischen.

In anderen Ländern war in den achtziger und neunziger Jahren ein starker Strukturaufbau zu verzeichnen. In Österreich entwickelte sich die Szene durch viele verschiedenartige Impulse.

Manchmal waren Theaterhäuser impulsgebend, öfter noch freie Künstlerinnen und Künstler oder Festivals. Aus Produktionen und Projekten baute sich ein Netzwerk auf, das heute als wegweisend gilt. Gingen die Impulse für einige Jahre von Wien aus, so wurden sie nach und nach ergänzt oder gar abgelöst durch Impulse aus Bludenz, aus Salzburg, Horn, Linz und Graz. Inzwischen strahlen sie in mehreren Zentren Österreichs gleichzeitig.

Und immer waren es Einzelpersönlichkeiten, die durch ihre Ideen, ihre visionäre Kraft die Szene stimulierten und aufbauten zu dem, was sie heute ist: eine blühende Theater- und Tanzlandschaft. Von den Impulszentren und impulsgebenden Menschen wird auf den folgenden Seiten die Rede sein. Vielleicht ergibt das Anregung, Orientierung und damit wachsende Neugier für Leserinnen und Leser - aus welchem Interesse sie dieses Buch auch aufschlagen mögen. Für uns ist es die Bestandsaufnahme einer Kunst- und Kulturszene, die substanzielle Bedeutung für kommende Generationen hat. Phantasie, Wissbegier, Poesie, Humor, Kritik, Erkenntnis. Der Zauber des Theaters hilft uns allen, in dieser Welt unseren Standpunkt zu finden. Und Kinder haben ein Recht auf Kunst.

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