Mehr Resonanz!
von Kira Bohn, Julia Kiesler und Marianne Oertel
Erschienen in: Edition Bayerische Theaterakademie August Everding 4: Sprechen Gestalten – Sprechen in Theater, Ausbildung und Praxis (10/2026)
Bei vielen Studienanfänger:innen beobachten wir in der Schauspielausbildung ein gering ausgeprägtes Körperbewusstsein. Das erste Ausbildungsziel besteht an der Hochschule der Künste Bern im Fach Sprechen darin, Sprechen als einen Kommunikations- und Handlungsakt zu erfahren, an dem der ganze Körper beteiligt ist. Die Studierenden lernen, ihre Stimmen an Atem und Körper anzuschließen, eigene und fremde Gedanken zu formen und sprachlich zu veräußern, sodass sie Gestalt annehmen und damit begreifbar werden. Interessant dabei ist, von welchen stimmlichen Vorbildern und damit verbundenen Rollenvorstellungen Studierende heute geprägt sind. Es gilt, Sprechmuster bewusst zu machen und zu verändern, nicht nur, um physiologische und ökonomische Prinzipien des Sprechens und der Stimmgebung zu erlernen, sondern auch, um Perspektiven zu öffnen und das künstlerische Ausdrucksspektrum zu erweitern. Hierbei spielen Feedback- und Kommunikationsmethoden eine wichtige Rolle, die einen hohen Stellenwert bezüglich eines Kommunikationsverständnisses auf und hinter der Bühne einnehmen, das durch ein verbundenes Miteinander geprägt ist. Ein zentraler Aspekt ist Resonanz. Zum einen hinsichtlich der Ausbildung einer resonanzreichen und damit tragfähigen Stimme, zum anderen hinsichtlich eines resonanten Kommunikationsverhaltens. Wie treten wir heutzutage auf der Bühne oder im medialen Kontext sprechend miteinander in Kontakt? Was ist eine resonante Kommunikationsbeziehung? Welche Rolle spielt das Zuhören hierbei? Wie können wir vielstimmige Diskurse...















