Bericht
TdZ+Wie Theater sein Publikum bildet
Knapp zwei Wochen war das Theaterfestival Basel Impulsgeber für politische und ästhetische Debatten
von Annette Hoffmann
Assoziationen: International Theaterkritiken Schweiz Dossier: Festivals Kaserne Basel
Erschienen am 10.9.2026

Wer den Anspruch des Theaterfestivals Basel ernst nahm, nicht nur für die urbane Blase, sondern auch für das Baselbiet Kultur zu machen, kam in diesen Spätsommertagen viel herum und nicht umhin zu merken: Volksentscheide stehen an. Kaum eine Haltestelle, kaum eine Kreuzung ohne Plakate. Zur Abstimmung steht auch die Neutralitätsinitiative aus SVP-nahen Kreisen. Ziel ist, die Neutralität noch stärker in der Verfassung zu verankern, gewollter Nebeneffekt: die Sanktionen gegenüber Russland aufzuheben. Neben einer Friedenstaube steht „Kein Krieg. Ja zur Schweizer Neutralität“. Zur demokratischen Dramaturgie gehört die Antwort der Gegner dieser hoch umstrittenen Initiative. „Keine Milliarden für Putins Krieg“, heißt es da. Ein Handschlag, der Blut auf das Land triefen lässt. Die Schweizer Neutralität ist längst kein Puffer mehr für öffentliche Debatten, sondern manchmal ein Verstärker. Das Programmteam des Festivals – Tobias Brenk, Maximilian Brands von der Kaserne Basel, Inga Schonlau vom Theater Basel und Zarah Mayer vom Roxy Birsfelden – kennt die Stadt gut. Und es hat das niederschwellige Zahl-was-Du-kannst-Preissystem der Kaserne auf das Festival übertragen, die Tickets kosteten zwischen 15 und 45 Franken. Die politische Ausrichtung des Festivals kommt nicht von ungefähr und hat Basel und das Umland zu Beginn der Theatersaison mit sehr viel Stoff zum Nachdenken versorgt...
Erschienen am 10.9.2026

















