„Ich bin kein Roboter“, behaupteten die beiden weiblich und die eine männlich aussehende Figur, die, gut verkabelt, gerade jede Menge dieser typisch abgezirkelten Bewegungen, die wir mit "Roboter“ assoziieren, produziert haben. Für ihre Behauptung stellen sie sich abwechselnd ganz vorn an den Bühnenrand, sprechen ins Mikrofon, schauen ins Publikum, immer wieder. „Ich bin kein Roboter“ – sollen wir das glauben? Natürlich erkennen wir deutlich die Atembewegungen, die Kontraktionen der Muskeln und Sehnen unter der Haut, die Haare, die zurückblickenden Augen und hinter aller Bewegungsmechanik das Organische, Lebendige ... Ist die Grenze tatsächlich noch so einfach zu ziehen?
In einer Zeit, in der Algorithmen Kühlschrank und Staubsauger zu selbsttätigen Partnern unseres Alltagslebens mutieren lassen, in der das Smartphone fast zu einer Art Prothese geworden ist und externe künstliche Gliedmaßen durch Gedanken gesteuert werden können, bewegen sich Iris Meinhardt (Regie) und Michael Krauss (Robotikbau) mit ihrer Inszenierung „Robot Dreams“ wieder einmal ganz nah am aktuellen digitalen Geschehen. Und sie finden in ihrer gedanklich und technisch ausgeklügelten Recherche zu Grenzen zwischen Maschine und Mensch irritierende, beklemmende und auch komische Bilder.
Dabei bereiten mir die Versuche der drei wunderbaren Tänzer*innen Luis Hergón, Daura Hernández García und Sawako Nunotani, die an ihren Körpern befestigten zusätzlichen...