Chapeau
Eine Verbeugung
von Lutz Hübner und Sarah Nemitz
Erschienen in: D’haus. Düsseldorfer Schauspielhaus 2016–2026 – Schauspiel – Junges Schauspiel – Stadt:Kollektiv (05/2026)
Wenn ein Theatermensch wie Wilfried Schulz beschließt, dass das Theater ab jetzt ohne ihn klarkommen muss, braucht man erst mal eine Weile, um sich vorzustellen, wie das gehen soll. Wir wissen es noch nicht, weil dieser Text entsteht, während die letzte Spielzeit unter seiner Ägide noch läuft. Seltsam wird es für uns allemal werden, und das hat sicher damit zu tun, dass unsere Karriere als Autor:innen ohne Wilfried Schulz anders verlaufen wäre. Unsere Zusammenarbeit begann 1999 am Hamburger Schauspielhaus, und seitdem sind an vier Theaterhäusern viele (wirklich sehr viele) Stücke entstanden. Darum hat alles, was wir über Düsseldorf erzählen, einen Vorlauf – in dem Sinne, dass eine Arbeitsbeziehung zwischen einem Theater und Autor:innen etwas ist, das langsam und mit Bedacht entsteht und sich mit jeder gemeinsamen Premiere weiter ausformt, bis man im idealen Fall zu einem Dream-Team zusammengewachsen ist. Diese Prämisse gilt sicher auch für jede Begegnung von Regie und Schauspielenden, bei der man auf der Probe die gemeinsame Vision entwickelt, allerdings in einer vorgegebenen, dispositionellen Struktur und in einem klaren Zeitrahmen. Am Tag der Premiere muss alles stehen und stimmen. Die Konstellation Theater/Autor:in hat eher etwas mit Briefschach zu tun. Zwischen den Treffen oder Kontaktaufnahmen vergeht Zeit, in der...


















