Essay
TdZ+ ProDie Ausstellung als Theater der Zukunft
Über die faszinierende Parallelwelt der „Twin Zone“ von Markus Selg
von Thomas Oberender
Erschienen in: Arbeitsbuch 2026: Setting the Stage, Vol. 3 – Contemporary Spaces (07/2026)
Assoziationen: Markus Selg

Galerieräume sind in der Regel neutral in ihrer Erscheinung und schaffen um ihre Exponate eine Zone der ernsten Betrachtung und Ruhe. Auch die Galerie Guido W. Baudach in Berlin ist ein solcher white cube, doch in Markus Selgs Ausstellung „Twin Zone“ löst sich die Bannmeile, die der Raum um die Werke normalerweise errichtet, auf und letztlich auch die geschlossene Box des Ausstellungsraumes selbst. Gezeigt werden in „Twin Zone“ eine Reihe von Werkpaaren, die jeweils in einer physischen beziehungsweise virtuellen Manifestationen existieren und sich aufeinander beziehen.
Doch auch die Galerie selbst wird zu einem Objekt, indem der Künstler sie gescannt und in ein größeres 3D-Modell eingebettet hat, das sie vor Ort und vermittels einer Augmented Reality Experience App mit einer anderen Stadt und Welt verbindet. „Twin Zone“ ist der seltene Fall der Ausstellung einer Ausstellung. Für sie hat Selg diese Augmented Reality Experience App entwickelt, die im physischen Raum der Galerie virtuelle Objekte sichtbar macht, die als NFTs und digitale Werke in einem zwillingshaften Verhältnis zu den materiellen Objekten im selben Raum stehen.
Die AR-App und ihr Titel „Twin Zone“ verdeutlichen Selgs Idee, einen Raum zu kreieren, in dem alle Werke einen digitalen Schatten besitzen, der den gleichen Ort bewohnt. Diese...



















