Gruppen-Szenen
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
16.1 Wucht! – Die Gruppe als mehrköpfiges Monster
16.2 Die Gruppe als Hintergrund für eine Zweier-Szene
16.3 Einer vs. Gruppe
16.4 Gruppe vs. Gruppe
16.5 Mehrere Gruppen
16.6 Jeder gegen jeden
16.7 Szenen im und mit dem Publikum
Fünf Spieler in der Szene. Vorgabe: Die letzten Vorbereitungen einer Hochzeitsfeier.
A (kämmt sich die Haare vor dem Spiegel): „Ich bin schon so aufgeregt, Jens. Ich hoffe, dass deine Mutter mir verziehen hat.“
B: „Bestimmt. Lasst uns erst mal alle ein kleines Aufmunterungs-Sektchen trinken.“
C: „Jeanette, du solltest doch lieber den roten Gürtel anziehen.“
B: „Also alle einen Sekt?“
D: „Dann werden wir ja jetzt schon alle betrunken.“
A: „Na gut. Dann eben den roten Gürtel.“
E: „Der Pfarrer hat eben angerufen, er hat akute Hepatitis.“
B: „Von einem kleinen Sekt wird man doch nicht betrunken.“
C: „Oh Gott, Hepatitis?“
Diese kleine Szene verdeutlicht das Hauptproblem von GruppenSzenen: Fokus. Man weiß weder, um wen noch um was es geht. Die Spieler versuchen, die Szene mit Originalität und Angeboten zu überschütten, anstatt aufeinander zu achten und miteinander zu spielen.
Gruppen-Szenen erfordern eine hohe Aufmerksamkeit füreinander und gleichzeitig ein hohes Gespür dafür, wann man dran ist und vor allem – wann nicht.
Nicht jede...

.jpeg&w=3840&q=75)















