Zug um Zug – Reden und Schweigen
von Dan Richter
Erschienen in: Improvisationstheater (Bd. 3) – Die Magie der Szene (10/2025)
3.1 Pingpong
3.2 Lass es wirken, bei dir und bei mir
3.3 Der Wert der Stille
3.4 Pausen, Stille und Musik
3.1 Pingpong
Im Improtheater gibt es zwei Angst-Typen: Den Plapperern und den Schweigern. Plapperer texten ihre Mitspieler zu. Mehr als ein einzelnes Wort als Antwort ertragen sie nicht, und selbst das schneiden sie ihrem Partner oft noch ab. Selten führen sie bei ihrem Monologisieren einen Gedanken weiter. Sie neigen entweder zum Tratschen oder viel häufiger noch: zum Kommandieren. Der Plapperer kanalisiert die Angst, indem er verhindert, dass die Mitspieler etwas Unvorhergesehenes sagen, auf das er dann reagieren muss. Auf Kommandos der Plapperer aber kann man im Grunde nur auf zwei Arten reagieren: Man befolgt sie oder man weigert sich, sie zu befolgen. In beiden Fällen wird weiterkommandiert. Die Langeweile dieser vorhersehbaren, sich nie verändernden Szenen ist vorprogrammiert.
Die Schweiger schwimmen zwar oft in der Szene mit, sie akzeptieren die Angebote, aber sie fügen nichts hinzu. Auch dieses Verhalten ist oft aus der Angst geboren: Solange ich nichts sage, sage ich nichts Falsches, kann also nicht scheitern. Aber, lieber Impro-Spieler, du stehst auf der Bühne, um dich einzubringen! Wir sehen lieber jemanden auf der Bühne, der selbstbewusst seltsame Dinge behauptet,...

.jpeg&w=3840&q=75)















